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Zwölfuhrläuten Weilheim in Oberbayern

Weilheim in Oberbayern, Kreisstadt des Landkreises Weilheim-Schongau ist mit über 22.000 Einwohnern einer der bedeutendsten Orte des Pfaffenwinkels. Älteste Spuren einer Besiedlung stammen bereits aus der Bronze- und Spätrömerzeit. Der Ortsname wird als Heim bei den römischen Villen gedeutet.

Von: Michael Mannhardt

Stand: 06.04.2015 | Archiv

Die erste urkundliche Erwähnung von "Wilhain" stammt aus einer Bamberger Urkunde vom 16. April 1010 des Königs und späteren Kaisers Heinrich II., der hier dem Kloster Pollingden Besitz eines Gutshofes zuspricht.

Barocke "Wurzel-Jesse-Monstranz"

Am Marienplatz - im Herzen der Stadt - steht die katholische Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt, ein Wandpfeilerbau mit eingezogenem Polygonalchor, Blendbogen und Stufengiebel. Der berühmte in Weilheim geborene Bildhauer und Architekt  Hans Krumpper schuf das Gotteshaus 1624 bis 1631 im Stil des Manierismus, also einem Übergangsstil von der Renaissance zum Barock.
Das Innere schmücken Stuckaturen der Wessobrunner Schule und prachtvolle Fresken von Elias Greither d.Ä., welche als Inkunabel barocker Deckenmalerei in Süddeutschland gelten. Die Kirche wurde 2004 umfassend renoviert und beherbergt in diesem würdigen Rahmen Deutschlands größte Barockmonstranz, die "Wurzel-Jesse-Monstranz" von Joseph Anton Kipfinger.

Klang der Glocken "überarbeitet"

Der charakteristische Turm mit der gedrückten Haube birgt in seinen Untergeschossen noch Zeugnisse des Vorgängerbaus aus dem 14. Jahrhundert. Nach dem Krieg wurden Stahlglocken angeschafft, die aber klanglich nicht befriedigten. 2004 konnte die Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck - aufgrund der enormen Spendenfreudigkeit der Bevölkerung - ein aus sechs Glocken bestehendes Bronzegeläute gießen. Die Marienglocke schwingt mit stattlichen 2.850 kg, während die kleine Bennoglocke schlanke 33 kg zum Klingen bringt. Festlich mischen sich helle und dunkle Glockentöne zu einem harmonischen Gesamtklang, gerade passend zum Osterfest.


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