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Zwölfuhrläuten Walda in Oberbayern

Walda liegt am äußersten Rand des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen, direkt an der Grenze zu Schwaben, und ist seit 1978 ein Ortsteil der Gemeinde Ehekirchen.

Von: Armin Reinsch

Stand: 16.02.2020 | Archiv

Wenngleich eine erste Erwähnung als "Walde" im Zusammenhang mit dem Augsburger Kollegiatstift St. Gertrud für das Jahr 1071 belegt ist, so deuten Grabfunde auf eine Besiedelung bereits in der späten Merowingerzeit hin. Im Ort existierte bis zum Schwedeneinfall im Jahr 1632 sogar ein Wasserschloss mit Adelssitz.

Schon im 14. Jahrhundert war Walda eine eigene Pfarrei. Das ist zwar im Grunde immer noch so, doch seit der Eingliederung in die Pfarreiengemeinschaft Ehekirchen vor fast 20 Jahren erfolgt die zentrale Verwaltung und die Seelsorge von dort aus.

Zitate mehrerer Kunststile

Die heutige Pfarrkirche am Nordende des Ortes entstand 1953/54 und erhielt das Patrozinium "Maria Immaculata" – "Zur Unbefleckten Empfängnis Mariens". Der Augsburger Architekt Eduard Feldpausch schuf den geräumigen Saalbau mit wuchtigem Chorturm in Anlehnung an romanische Vorbilder. An der Westseite greift eine Fensterrosette in moderner Formensprache auf die Zeit der Gotik zurück.
Eine dunkle, gegliederte Holzdecke überspannt den Innenraum, welcher durch die paarig angeordneten Rundbogenfenster viel Tageslicht erhält. Die barocke Ausstattung mit drei Altären wurde aus dem alten, 1956 abgebrochenen Gotteshaus überführt und fügt sich vortrefflich in den schlichten Raum ein.

Fünfstimmiges Geläute

Zur großzügig dimensionierten Kirche passt auch das mit fünf Glocken stattliche Geläut. Es setzt sich zusammen aus einer kleinen Bronzeglocke, die 1755 von Josef Kern in Augsburg gegossen wurde, und vier Euphonglocken von Karl Czudnochowsky aus Erding, die im Jahr 1953 auf den Turm kamen.


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