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Zwölfuhrläuten Rott am Inn in Oberbayern

Kaum hatten im März 1759 Tiroler Bergknappen die baufällige, romanische Kirche des 1085 gegründeten Klosters Rott am Inn abgebrochen, begann - noch im Juni - der Neubau. Ein Neubau, dessen Harmonie von Raum, Ausstattung und Programm heute noch als einzigartig gerühmt wird.

Von: Georg Impler

Stand: 26.12.2015 | Archiv

Die Kirche verdankt ihren Ruhm der Werksgemeinschaft erstrangiger Künstler des süddeutschen Rokoko: Baumeister war Johann Michael Fischer, den Stuck schuf Jakob Rauch, die Fresken und einzelne Altarblätter Matthäus Günther und die Skulpturen tragen die Handschrift von Ignaz Günther, Josef Götsch, und Franz Offner.

Neues Glockenseptett

Es ist hier nicht der Platz auch nur annähernd auf all die Kostbarkeiten einzugehen. Dafür soll dem neuen Geläut die gebührende Aufmerksamkeit zukommen. Denn das in Maria Laach gegossene und im Juni 2015 geweihte Glockenseptett, das zu Maria Himmelfahrt erstmals erklang, ist gegenwärtig der große Stolz der Pfarrgemeinde.
Dank freigebiger Spender konnten nach 67 Jahren die fünf Gussstahlglocken des Bochumer Vereins aus dem Jahr 1948 ersetzt werden. Mancher vor Ort hatte sie lange schon als "Kübeln" bezeichnet und als nicht mehr angemessen, vor allem seit die Rotter Marinus und Anianus Kirche 2002 nach achtjähriger Grundsanierung neu erstrahlt.

Wetterglocke aus dem Jahr 1624

Angeführt wird das neue Geläut in ebenfalls neuen, hölzernen Glockenstühlen von der über drei Tonnen schweren Salvatorglocke in b null. Die kleinste, die Josefsglocke, ist auf es zwei gestimmt. Zusammen mit der historischen Wetterglocke aus dem Jahr 1624 schallt es aus den zwei ungleichen Türmen in harmonisch weichem Klang über das Flüsschen Rott hinein in das südöstliche Oberbayern.


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