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Zwölfuhrläuten Rosenheim in Oberbayern

An der prächtigen Landschaftskulisse Rosenheims mit Chiem- und Simssee, Wendelstein und Kampenwand hatten schon die Römer Gefallen gefunden - wenn auch mehr aus strategischen Gründen. Sie bauten hier am Inn, dem Grenzfluss der Provinzen Noricum und Raetien, die Zoll- und Militärstation "Pons Aeni".

Von: Georg Impler

Stand: 30.11.2014 | Archiv

Strategisch bedeutende Lagen heißen heute Verkehrsknotenpunkte. Mit dem Autobahndreieck Inntal und den Eisenbahnstrecken München–Salzburg und München–Verona zählt die Kreisstadt zweifellos dazu. Darüber hinaus hält sie mit ihren Museen, Theatern, Galerien, Sammlungen und dem renommierten Ausstellungszentrum "Lokschuppen" ein hochrangiges Kulturangebot bereit.

Bedeutende Kirchenorgel

Das bedeutendste Baudenkmal steht zwischen Max-Josefs- und Ludwigsplatz: die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus. Um 1450 als spätgotische Hallenkirche mit Spitzhelmturm errichtet, erhielt sie ihren charakteristischen Zwiebelturm beim Neubau nach dem Stadtbrand von 1641. Mit 65 Metern Höhe ist er das weithin sichtbare Wahrzeichen der knapp 60.000 Einwohner zählenden Innstadt.

Seit der 2006 abgeschlossenen, mehrjährigen Renovierung überzieht ein glattpolierter Kalkputz Wände und Gewölbe des dreischiffigen Gotteshauses. Den Hauptaltar hat man aus dem Chorraum auf eine neue Altarinsel im Kirchenschiff verlagert. Der Blick von dort zurück ins Langhaus fällt auf das elegante, von hellbraunem Kirschholz und silbrigem Zinn schimmernde Prospekt der 2009 geweihten Orgel. Ihre Klangqualität wird weit über Rosenheim hinaus gerühmt und zieht viele Gastorganisten an.

Euphonglocken aus Erding

Die sechs Glocken gelten als erstes, großes Euphon-Geläut der Nachkriegszeit. Der einzige Gießer, der diese Glocken goss und der diese aus einer Kupfer-Zink-Legierung bestehenden Euphonglocken auch entwickelt hat, war Carl Czudnochowsky aus Erding. Die Gießerei bestand bis zum Jahre 1971.


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