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Zwölfuhrläuten Oberstimm in Oberbayern

"Barthelmarkt in Oberstimm, ja da muass i hi! – rund eine Viertelmillion Menschen sind jährlich derselben Meinung wie der Autor dieses Liedtextes und besuchen am letzten Wochenende im August eines der größten Volksfeste Oberbayerns, dessen Name auf den Patron der Oberstimmer Kirche, den Heiligen Bartholomäus, zurückgeht.

Von: Armin Reinsch

Stand: 15.12.2019 | Archiv

Der Ursprung des 1354 erstmals erwähnten Barthelmarktes liegt möglicherweise sogar schon in den Pferde- und Viehmärkten der Römer, welche um das Jahr 40 nach Christus hier im Donautal südlich von Ingolstadt ein Kastell errichteten. Im keltisch-römischen Museum der benachbarten Marktgemeinde Manching kann man eintauchen in die frühe Besiedelungsgeschichte der Region und auch zwei Römerschiffe bewundern, die bei Oberstimm gefunden wurden.

Großzügiger Neubau in 60er Jahren

Ebenfalls weit zurück reicht die Geschichte der Pfarrkirche. Aus dem 12. Jahrhundert haben sich die Turmuntergeschosse erhalten, um das Jahr 1700 wurde das Gotteshaus im Barockstil neu gebaut. Mit dem großen Bevölkerungszuwachs nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die kleine Kirche die Zahl der Gottesdienstbesucher nicht mehr fassen. Sie wurde mit Ausnahme des denkmalgeschützten Turms abgerissen und von 1963 bis 1965 durch einen großzügigen Neubau des Augsburger Architekten Hannes Rappel ersetzt.
Da sich im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils während der Bauzeit ein neues Liturgieverständnis durchzusetzen begann, versuchte man, diese Erkenntnisse in der Innenraumgestaltung noch mit einzuarbeiten.

"Te Deum"-Glockenmotiv

Die jüngsten Sanierungsmaßnahmen an der Oberstimmer Pfarrkirche betrafen die drei 1950 in Erding gegossenen Glocken. Seit Herbst 2018 lassen sie nach mehrwöchigem Schweigen die Anfangstöne des "Te Deum" im neuen Holzglockenstuhl wieder erklingen – schöner als je zuvor.


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