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Zwölfuhrläuten Neumarkt-St. Veit in Oberbayern

Die historische Stadt Neumarkt-St. Veit liegt im nördlichen Landkreis Mühldorf. Der Ort wurde 1269 planmäßig bei der schon fast 500 Jahre vorher genannten Kirche St. Johann Baptist angelegt, der heutigen Filialkirche am Unteren Markt. Dieser Bau stammt aus der Zeit um 1450 und wurde im 19. Jahrhundert neugotisch umgestaltet.

Von: Michael Mannhardt

Stand: 21.05.2018 | Archiv

In den fünf Altären findet man noch gotische Schnitzfiguren und Reliefs. Der Spitzturm beherbergt vier klangvolle Glocken: Die drei größeren goss Johann Hahn in Landshut 1950, die kleine Johann Matthias Langenegger in München 1724.

Elemente von der Romanik bis zum Barock

Über dem lang gestreckten Marktplatz thront die Pfarr- und ehemalige Klosterkirche St. Veit. Das Benediktinerkloster wurde 1121 im nahen Elsenbach gegründet und 1171 auf den Veitsberg verlegt. Es bestand bis zur Säkularisation 1802.
Ein Großbrand 1708 hatte zwar Teile des Klosters zerstört. Verschont geblieben war aber zum Glück die Kirche, ein Bauwerk, das Elemente von der Romanik bis zum Barock in sich birgt. Etwa die so genannte Silberkammer mit dem darüber liegenden Regularchor hinter dem damaligen Hochaltar. Nach dem Brand gestaltete Dominik Glasl das Gotteshaus um. Die mittelalterlichen Strukturen der Kirche wurden zwar belassen, jedoch kürzte man die gotischen Fenster, ummantelte die Pfeiler und barockisierte die Gewölbe.

Fünf wertvolle Glocken aus der Barockzeit

Aus dieser Bauphase stammen auch die fünf wertvollen Glocken von 1709 von Johann Matthias Langenegger in München. Sie läuten im hoch aufragenden Zwiebelturm des berühmten Johann Michael Fischer. Die Glocken waren ein Geschenk des Herzogs Max Philipp von Bayern, wie Inschriften und Wappen bezeugen. Überaus eindrucksvoll klingt es, wenn die neun Glocken der Kloster- und der Marktkirche gemeinsam ihre Stimmen über den Ort ertönen lassen.


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