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Zwölfuhrläuten München-Waldtrudering in Oberbayern

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war für die Münchner das große Waldgebiet hinter dem Bauerndorf Trudering im Osten der Landeshauptstadt ein beliebtes Ausflugsziel.

Von: Regina Fanderl

Stand: 25.05.2017 | Archiv

Ein Besuch im Wirtshaus "Phantasie" mit seinem riesigen Biergarten war dabei für viele Städter obligatorisch.

Siedlung im Wald

Doch immer mehr Münchner zog es ganz hinaus in die Natur. Beamte, Angestellte, Arbeiter kauften den Bauern günstig Grund ab und bauten sich Häuser in den Wald - von der Gemeinde Trudering großzügig mit Strom, Wasser und Straßen versorgt. Während die Bäume immer weniger wurden, wuchs die Siedlung immer weiter an – mit ihr die Zahl der gläubigen Christen.

Neue Kirche notwendig

Die einzige Kirche weit und breit, St. Peter und Paul in Kirchtrudering, wurde bald zu klein. Auch hier ließ sich die aufstrebende Gemeinde nicht lumpen und stiftete ein Grundstück ganz in der Nähe der bereits entstandenen Waldschule. Am 12. November 1933 wurde die Kirche "Christi Himmelfahrt" durch Michael Kardinal von Faulhaber eingeweiht.
Freilich – noch war nicht alles komplett. Altargemälde wurden nicht rechtzeitig fertig, ein Harmonium ersetzte noch geraume Zeit die Orgel. Trotzdem waren die Waldtruderinger sehr stolz auf ihre Kirche, die ursprünglich als reiner Zweckbau errichtet worden ist. Die dazugehörige Pfarrgemeinde wuchs zusammen und als während des 2. Weltkriegs viele Bomben die nahegelegene Bahnstrecke trafen, überstand "Christi Himmelfahrt" die Zeit fast unbeschadet.

In dem hölzernen Dachreiter hängen drei Glocken, die auch und vor allem am Patroziniumstag die Gläubigen zu Gebet und Pfarrfest rufen. Der neue Brauch des Vatertags wird dabei großzügig mit eingeschlossen. Schließlich geht Jesus an Christi Himmelfahrt nirgendwo anders hin, als - zum Vater.


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