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Zwölfuhrläuten München-Neuhausen St. Clemens

In München-Neuhausen, einem beliebten Wohnquartier im Herzen der bayerischen Metropole, steht eng umfasst vom Häusermeer die katholische Pfarrkirche St. Clemens. Ihr 36 Meter hoher Turm, in dem die 4 Bronzeglocken erklingen, erhebt sich schlank über die weite Dachlandschaft im Süden des Stadtteils.

Von: Jörg Haller

Stand: 16.03.2014 | Archiv

Das 1170 erstmals erwähnte Dorf Neuhausen wurde 1890 nach München eingemeindet und erlebte durch die Industrialisierung einen schnellen wirtschaftlichen Aufschwung. Entlang der Schienenstränge der königlichen Eisenbahn entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts große Genossenschaftsbauten für die Bediensteten von Bahn und Post. Entsprechende Embleme findet man allenthalben über den Eingängen der Wohnanlagen. Heute leben rund 95.000 Menschen im Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg.

Kirche Stadtpatron von Wien geweiht

Schon 1911 plante man für die rasant anwachsende Bevölkerung eine weitere Kirche, aber erst in der Inflationszeit von 1923 konnte das monumentale Gotteshaus gebaut werden: Es ist dem hl. Clemens Maria Hofbauer geweiht - dem 1820 verstorbenen Redemptoristenpater und Stadtpatron von Wien, der 1909 heilig gesprochen worden war.

Mystischer Eindruck

Im Januar 1945 brannte die Pfarrkirche nach einem Luftangriff bis auf die Außenmauern ab, und nur der damals noch freistehende Turm blieb verschont. Bald schon gelang der Wiederaufbau in vereinfachter Form. 1967 dann erfuhr St. Clemens eine wesentliche Umgestaltung und eine Erweiterung um Anbauten an den Längsseiten. Gußbetonelemente strukturieren den stark eingezogenen tiefen Altarraum und auch die Orgelempore unter dem hohen Zeltdach. Der reduzierte Lichteinfall erzeugt im schlicht gehaltenen Saal einen mystischen Eindruck und setzt durch die künstliche Beleuchtung gestalterische Schwerpunkte auf die wenigen, aber künstlerisch hochwertigen Ausstattungsstücke aus der Zeit um 1970.


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