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Zwölfuhrläuten Kottingwörth in Oberbayern

Wehrhaft und wie ein kleiner Dom steht sie da, die Pfarrkirche von Kottingwörth, gelegen zwischen Beilngries und Dietfurt an der Altmühl. Mit ihren zwei wuchtigen Türmen und der teilweise vier Meter hohen Friedhofsmauer mit Torturm erinnert sie an eine Festung, die den Bewohnern in Kriegszeiten Schutz bieten sollte.

Von: Armin Reinsch

Stand: 07.04.2019 | Archiv

Kottingwörth war einmal eine bedeutende Pfarrei, zu der zahlreiche umliegende Ortschaften gehörten. Erstmals wird eine Kirche hier im unteren Altmühltal Ende des 12. Jahrhunderts erwähnt. Dass jedoch schon wesentlich früher ein Gotteshaus existiert haben muss, darauf weist das Patrozinium zum Heiligen Vitus hin.

Wertvolles Glocken-Ensemble

Ältester Teil der heutigen Kirche ist der Unterbau des Westturms aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Das Langhaus wurde in den Jahren 1760/61 nach den Plänen von Giovanni Domenico Barbieri neu errichtet und erhielt eine einheitliche Ausstattung im spätbarocken Stil.

Zur Weihe der Kirche erklang damals bereits das noch heute erhaltene, vierstimmige Geläut mit seiner durchaus eigenwilligen Tonfolge. Zwei spätgotische Glocken, die vermutlich in Nürnberg entstanden, bilden mit den beiden anderen 1688 von Urs Laubscher und 1706 von Wolfgang Wilhelm Schelchshorn gegossenen Instrumenten ein wertvolles Ensemble.

Vituskapelle mit frühgotischen Fresken

Der Ostturm beherbergt zwar keine Glocken, dafür aber in seinem untersten Geschoss den größten Schatz der Kirche: die Vituskapelle mit ihren frühgotischen Fresken. Sie wurden in den 1890er-Jahren freigelegt und zeigen in blaugrauen, roten und weißen Farbtönen Szenen aus dem Leben des Kirchenpatrons, der Apostel sowie zahlreicher weiterer Heiliger und Märtyrer. Über ihnen allen thront Christus als der oberste Richter und Weltenherrscher.


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