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Zwölfuhrläuten Kottgeisering in Oberbayern

Westlich von München liegt Kottgeisering malerisch eingebettet zwischen eiszeitlichen Moränenhügeln, von denen aus sich ein wunderbarer Blick über den Ammersee auf die Alpenkette erschließt.

Von: Jörg Haller

Stand: 03.03.2013 | Archiv

Landschaftsschutzgebiete wie das renaturierte Ampermoos umgeben Kottgeisering und machen die Gegend zu einem beliebten Naherholungsgebiet mit schönen Rad- und Wanderwegen.

Bajuwarische Gründung

Das Dorf zählt heute rund 1.600 Einwohner und entstand wohl im 7. Jahrhundert als Gründung eines Bajuwaren namens Giselher. Die erste Nennung des Ortsnamens als "Kisalheringa" in einer Urkunde des Jahres 829 legt dies nahe. Geisering – das seit dem 18. Jahrhundert Kottgeisering genannt wird – gehörte nach dem Aussterben des Ortsadels den Grafen von Diessen und Andechs. 1248 fiel es den Wittelsbacher Herzögen zu.

Der Föhnheilige

In der Ortsmitte steht das 1933 zur Pfarrkirche erhobene Gotteshaus St. Valentin. Der einschiffige Saalbau mit Chor und Orgelempore ist im Kern eine spätgotische Kirche, die im 18. Jahrhundert verändert und mit einem Zwiebelturm für die vier Glocken versehen wurde. Die hervorragende Ausstattung erklärt sich aus den grundherrschaftlichen Verbindungen zu den Klöstern Fürstenfeld und Diessen: Die Landsberger Luidl-Werkstatt hat neben der eindrucksvollen Apostelreihe weitere Schnitzwerke für die drei prächtigen Altäre geschaffen, und die flachen Gewölbedecken zieren gar kunstvolle Fresken des Asam-Schülers Matthäus Günther. Dabei enthält das Hauptbild Szenen aus den Legenden von gleich zwei Heiligen: Neben dem hl. Valentin von Rätien, der im 5. Jahrhundert hier in der Region als Wanderbischof wirkte, ist der Kirchenpatron, der hl. Valentin von Terni zu sehen. Seine Statue steht zudem am Hochaltar und wurde vermutlich auch angerufen, wenn in Kottgeisering der Föhn für allzu große Kopfschmerzen sorgte.


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