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Zwölfuhrläuten Pfaffing in Oberbayern

Absperrseile mit dem Schild "Alarmanlage" gibt es in vielen Kirchen. Dass in Pfaffing der Besucher außerhalb der Gottesdienstzeiten bereits in der Mitte des Kirchenschiffs gestoppt wird, hat seinen Grund: Die katholische Pfarrkirche St. Katharina ist reich an wertvollen Skulpturen.

Von: Georg Impler

Stand: 25.11.2012 | Archiv

Die kostbaren Bildwerke der Heiligen Ottilie, der heiligen Agatha und der Muttergottes mit dem Kind sowie von Laurentius, Benno, Nikolaus, Michael oder Christophorus entstanden in der Zeit der Spätgotik bis zum Barock.

Reicher Decken- und Wandstuck

Das große Altarblatt mit dem Martyrium der Heiligen Katharina wurde um 1730 gemalt. Leider sind die Künstler nicht bekannt, vielleicht kamen sie aus dem nahe gelegenen Wasserburg, aus dem Salzburger Land oder aus Freising, wie Niklas Liechtenfurtner, dem die schön stuckierte Kanzel zugeschrieben wird. Die Kirche von Pfaffing gehörte ja spätestens seit 1260, seit der Bestätigung durch Papst Alexander IV., dem Kloster Weihenstephan. Sicher von dem Freisinger Liechtenfurtner stammt der reiche, spätbarocke Decken- und Wandstuck mit seinen Rosenstrauchgebinden, Akanthusranken, Gitterwerk und auf Gewölk sitzenden Engeln. Besonders auffällig: eine am Gewölbeansatz umlaufende Stuckbalustrade.

Uralte Kulturlandschaft

Gegliedert wird das Langhaus durch Wandpfeiler mit vergoldeten, korinthischen Kapitellen. Der im Kern spätgotische, durchgehend achteckige Turm dürfte spätmittelalterlich sein. Er trägt eine Zwiebelhaube und erhebt sich an der Chorsüdseite.
Zu Füßen des Kirchhügels mit seinem ummauerten, liebevoll gepflegten Friedhof hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren einen ansprechenden Platz angelegt mit achteckigem Dorfbrunnen. Vier Glocken schallen darüber hinweg, hinaus in die uralte, bäuerliche Kulturlandschaft des Wasserburger Landes. Die Zeugnisse seiner Besiedelung reichen zurück bis in die Hallstadt- und die Jungsteinzeit.


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