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Zwölfuhrläuten Niedertaufkirchen in Oberbayern

„Wir, Sigismund Christoph, durch Gottes Gnade Erzbischof des Heiligen Römischen Reiches, Fürst von Salzburg, Primas Germaniae usw.,usw., machen allen.. bekannt.., dass wir im 1762- ten Jahr seit der Geburt des Herrn …die Pfarrkirche des Heiligen Martin in Taufkirchen zusammen mit drei Altären … ordentlich geweiht haben…“

Von: Georg Impler

Stand: 01.11.2012 | Archiv

So beginnt - stark verkürzt -die Urkunde des Salzburger Fürstbischofs, Graf von Schrattenbach, derenhalber in Niedertaufkirchen heuer nicht nur einen Sonntag, sondern eine ganze Oktoberwoche Kirchweih gefeiert wurde.

Verweise auf die Karolingerzeit

Das Dorf mit seinen rund 1.300 Einwohnern liegt im Hügelland zwischen Rott und Isen, eingerahmt von Feldern, Baumschlägen und dem Taufkirchner Bach. Zur Kreisstadt Mühldorf sind es auf der Bundesstraße 299 rund zwölf Kilometer Richtung Süden.
Die Pfarrei ist 1401 erstmals schriftlich nachgewiesen, muss aber viel älter sein. Das Martinspatrozinium, sowie die im Ortsnamen aufscheinende Funktion als Taufkirche verweisen auf die Karolingerzeit. Jedenfalls, so heißt es im Ort, gehörte Niedertaufkirchen rund 1.000 Jahre - genau bis 1816 - zum Bistum Salzburg.

Gotik trifft Barock

Die in der Urkunde genannten Altäre sehen noch ähnlich aus, wie am Weihetag vor 250 Jahren. Lediglich die Altarblätter mit den Vierzehn Nothelfern am rechten und "Maria Immaculata" am linken Seitenaltar sowie das Gemälde mit dem Kirchenpatron am Choraltar sind - ebenso wie der Tabernakel - neubarocke Arbeiten.
Der Baumeister der katholischen Pfarrkirche St. Martin in Niedertaufkirchen, Silvester Mayerhofer aus dem nahen Neumarkt St. Veit, hat damals den Chor der gotischen Vorgängerkirche stehen lassen und das tonnengewölbte, barocke Langhaus angebaut. Den Turm ließ er erhöhen und mit einer markanten Zwiebelkuppel versehen.

Die drei Pernerglocken von 1980 und die 1677 in Landshut gegossene Barockglocke haben mit ihrem Feierklange die Jubiläumstage begleitet.


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