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Zwölfuhrläuten Bodenmais in Niederbayern

Am Anfang war es eine schlichte Holzbaracke, zu der man sich unter den erschwerten Bedingungen einer Diaspora in der Marktgemeinde im Bayerischen Wald zu den Gottesdiensten traf. Doch seit 1963 gibt es die St. Johanneskirche, die von Anfang an auf die Bedürfnisse einer Urlaubergemeinde abgestimmt war.

Von: Regina Fanderl

Stand: 01.05.2016 | Archiv

Die Architektur der Kirche wirkt durch die Fichtendecke und die ovale Grundform gleichzeitig anheimelnd und offen. Sie bietet Raum zum Nachdenken und zur Stille und sie will vertraute, heimatliche Gefühle wecken.

Herrgottschnitzer von Bodenmais

Der steile Dachwinkel erinnert an ein Zelt, die Behausung der Reisenden. Die Materialien in der Kirche stammen bewusst aus dem Bayerischen Wald: Glas, Holz und Stein. Das beeindruckende Glasfenster, entworfen vom früheren Leiter der Zwieseler Glasfachschule, Bernhard Schagemann, stellt die sieben Siegel aus der Offenbarung des Johannes und das himmlische Jerusalem dar. Das Gemeindeglied Joachim von Zülow, besser bekannt als der "Herrgottschnitzer von Bodenmais", hat zur Ausstattung der Kirche den "Turmbau zu Babel" und eine Darstellung Johannes des Sehers, dessen Namen die Kirche trägt, beigesteuert.

Bergwerksglöckchen

Das Bauwerk bildet einen wunderbaren Rahmen für Ausstellungen und virtuose Konzerte, so dass die St. Johanneskirche viel Abwechslung für Augen und Ohren bieten kann.
Die drei Glocken wurden 1963 unter dem Geläut der katholischen Kirche auf einem von Pferden gezogenen, festlich geschmückten Wagen eingeholt. Sie waren so gestimmt, dass sie mit den "Kollegen" von Mariä Himmelfahrt gut harmonieren. Es gibt aber noch eine vierte, kleine Glocke: das Bergwerksglöckchen, das schon auf der Baracke zum Gottesdienst gerufen hatte.


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