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Zwölfuhrläuten Bad Griesbach in Niederbayern

Früher, in den 50er- und 60er-Jahren, war dort, wo heute das Thermalbad Bad Griesbach hoch über dem Rottal thront, das Ziel der damals so beliebten Bergrennen. Und auch heute noch probt manch wagemutiger Niederbayer die Straßenlage seines Autos auf dieser kurvenreichen Strecke - und rast so vielleicht achtlos vorbei an einem Juwel moderner Kirchenbaukunst: der 25 Jahre jungen Emmaus-Kirche, von der aus der Blick weit hinaus über das Rottal schweift.

Von: Wolfgang Aigner

Stand: 28.01.2018 | Archiv

Die Emmaus Kirche, ein zu Stein, Beton und Glas gewordenes Beispiel gelebter Ökumene, ist einmalig in ganz Deutschland und das Ergebnis jahrzehntelanger Bemühungen der beiden großen christlichen Konfessionen, das, was sie seit 500 Jahren trennt, mehr und mehr zu überwinden.

"Wasser des Lebens"-Brunnen

Wer den gemeinsam genutzten Kirchenraum betritt, steht zunächst vor einem Brunnen, aus dem – auch als Symbol für die Bad Griesbacher Therme - das in allen Religionen bedeutsame "Wasser des Lebens" sprudelt. Der lichtdurchfluteten Altarraum ist ein vielfarbiges, auf Glas gemaltes Halbrund. Der Name der Kirche findet sich prominent wieder in dem schlichten Metallkreuz, an dem Jesus und die beiden Jünger auf ihrem Weg nach Emmaus integriert sind.
Links und rechts der Achse durch den Altarraum befinden sich die Vaterunser-Kapelle für die evangelischen und die Sakramentskapelle mit dem Standbild des Heiligen Bruders Konrad aus dem nahen Parzham für die katholischen Christen.

Katholische und evangelische Glocke

Von innen wie von außen sichtbar hängen offen und übereinander die beiden Glocken. Die "katholische" ist Bruder Konrad, die "evangelische" Martin Luther Glocke gewidmet. In schöner Eintracht und weithin hörbar schlagen sie die Stunde und rufen nicht nur die Kurgäste zum Gottesdienst.


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