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Zwölfuhrläuten Zenting in Niederbayern

Zenting mit seinen 500 Einwohnern liegt in der touristisch reizvollen Region Sonnenwald, eingebettet in einem nach Süden offenen Kessel zu Füßen des Brotjacklriegels und des Aschensteins.

Von: Georg Impler

Stand: 25.07.2010 | Archiv

Bis Passau fährt man in östlicher Richtung um die 35 Kilometer und entgegengesetzt bis Deggendorf nicht viel weniger. Man befindet sich hier also tief im Bayerischen Wald, ganz am Westrand des Landkreises Freyung-Grafenau.

Vom Oratorium zur Pfarrei

Erstmals ist Zenting 1151 als Schenkung der Grafen von Formbach an das Kloster Osterhofen erwähnt. Das bestimmte dann auch über 500 Jahre die Geschicke des Dorfes bis hin zum Namen - der sich vom Kloster Zehent herleitet. 1176 ließen die Osterhofener Prämonstratenser ein Oratorium bauen, also einen Betraum, der allerdings weder Taufstein, noch Friedhof geschweige denn einen Priester hatte. Zum Gottesdienst ging man ins fast zehn Kilometer entfernte Schöllnach. Im 14. und 15. Jahrhundert hatte Zenting Bedeutung als Versorgungsstützpunkt für Wallfahrer und Kaufleute, die von der Donau in den einst so gefürchteten "Nordwald" und hinüber nach Böhmen unterwegs waren. Zur Pfarrei wird der Ort 1895.

Spätgotische Kunstwerke

Die das Dorfbild dominierende St. Jakobskirche mit ihrem markanten, Kupferhauben gedeckten Granitsteinturm stammt aus der Zeit um 1700. 1831 wurde sie deutlich vergrößert und in den achtziger Jahren gründlich renoviert. Stolz sind die Zentinger auf ihre spätgotische Madonna im Strahlenkranz und die schön geschnitzten Figuren der Kirchenpatrone Jakobus der Ältere und St. Margarethe, besonders aber auch auf die älteste Glocke im Landkreis, die kleine, im Jahre 1400 gegossene, 40 Kilogramm schwere Sterbeglocke. Die drei Stahlglocken, die uns heute aus dem Bayerischen Wald zu Mittag läuten, wurden 1923 in Apolda in Thüringen gegossen.


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