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Zwölfuhrläuten Wieseth in Mittelfranken

Ein Nebenfluss der Altmühl ist namensgebend für den Ort, wo bereits 1187 eine Wehrkirche urkundlich belegt ist. Obwohl das den Heiligen Wenzeslaus und Sebastian gewidmete evangelische Gotteshaus in Wieseth längst zu klein geworden war, erfolgte erst 1910 der Entschluss zu einem Neubau.

Von: Wolfgang Näßer

Stand: 01.02.2015 | Archiv

Gegen Widerstände der damaligen Zeit wurde die Kirche bis auf den Wehrturm abgerissen und in den Monaten vor Ausbruch  des 1. Weltkrieges neu gebaut.

Selbstbewusster Bau

Mit ihrem kreuzförmigen Grundriss, dem alten Chorseitenturm und dem neuen Glockenturm an der Nordseite wirkt die Wenzeslaus-Kirche schon von außen recht imposant. Noch mehr beeindruckt das weiträumige Innere des vor 100 Jahren geweihten Gotteshauses. Ein blau-goldenes Netzgewölbe überspannt das Mittelschiff, musizierende Engel umrahmen den Chorbogen, die Apostel reihen sich in großen Bildern um den Altar im Chorraum. Das im Jugendstil ausgestaltete Gebäude lässt den Besucher eher an ein Münster denken, als an eine fränkische Dorfkirche.

Das Selbstbewusstsein und den Willen, der beim Kirchenneubau in einer unruhigen Zeit deutlich wurde, haben sich die Gläubigen in Wieseth bis heute bewahrt. Selbst während einer längeren Vakanz wurde ein reges Gemeindeleben gepflegt. Zahlreiche Gruppen wie Posaunenchor, Seniorenkreis, Jungschar, CVJM und gleich zwei Kirchenbands bestimmen die Gemeinschaft, die vom Engagement vieler ehrenamtlicher Helfer lebt.

Vier neue Bronzeglocken

Vom ursprünglichen Geläut gibt es nur noch eine Glocke, die inzwischen im alten Wehrturm hängt. Die restlichen Glocken mussten im 2. Weltkrieg abgegeben werden, danach sorgten Stahlglocken für Ersatz. Sie wurden 1993 ausgetauscht und so erklingen heute wieder vier Bronzeglocken über den Talgrund der Wieseth.


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