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Zwölfuhrläuten Röthenbach in Mittelfranken

Das Pfarrdorf Röthenbach bei Sankt Wolfgang, seit der Gebietsreform ein Ortsteil des Marktes Wendelstein im Landkreis Roth, liegt am Zusammenfluss von Schwarzach und Gauchsbach und am Ludwig-Donau-Main-Kanal.

Von: Regina Fanderl

Stand: 17.03.2019 | Archiv

Entstanden ist der Ort aus zwei Zeidelgütern. Zeidler waren Bauern, die das Recht hatten, im Nürnberger Reichswald Bienen zu halten.

Wolfgangswallfahrt nachweisbar

Bedeutung erlangte Röthenbach auch als Zoll- und Umspannstation aufgrund seiner Lage an der Salzstraße von Reichenhall nach Nürnberg. Vier Wirtschaften im Dorfkern zeugen noch heute davon. Weil im Spätmittelalter auch viele Pilger auf ihrem Weg zur Kirche des heiligen Wolfgang im Salzkammergut durchkamen, lag es wohl nahe, den Regensburger Bischof zum Patron der 1468 geweihten Kirche zu machen. Daher der Ortsname "Röthenbach bei Sankt Wolfgang“. Schon lange ist auch eine Wolfgangswallfahrt nachweisbar. 1525 wurde das alte Pfarrdorf evangelisch.

Barockisierte Innenausstattung

Die unverputzte Kirche mit dem Spitzhelmturm steht auf einem Sandsteinfelsen, umgeben von einigen schönen Fachwerk- und Sandsteinbauten. Im Jahr 1700 hat man die spätgotische, nun als altmodisch empfundene Innenausstattung entfernt und die Kirche barockisiert. Neu eingebaut wurde eine hohe Altarwand mit der Darstellung der Kreuzigung Jesu Christi.
Ebenfalls neu hinzu kam damals die schön bemalte Empore mit den 12 Aposteln an der Brüstung.

In den Fenstern des Altarraums befinden sich bunte Wappenscheiben der Nürnberger Patriziergeschlechter, die im Laufe der Zeit Herren auf Schloss Kugelhammer waren, mehrere Epitaphien aus dem 16. und 17. Jahrhundert schmücken das Kirchenschiff zusätzlich aus.

Im Turm schlagen drei Glocken aus dem 20. Jahrhundert und rufen die Röthenbacher Christen zum Gottesdienst.


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