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Zwölfuhrläuten Velden a. d. Pegnitz in Mittelfranken

"Stadtkirche" nennt sich die Marienkirche in Velden im Pegnitztal stolz: Mit seinen weniger als 2.000 Einwohnern in acht Ortsteilen ist Velden eine der kleinsten Städte Bayerns, aber mit seiner über tausendjährigen Geschichte auch eine der ältesten im Nürnberger Land.

Von: Ursula Naumann

Stand: 13.04.2008 | Archiv

Bekannter in Bayern ist der Name Veldenstein, eine Burg bei Pegnitz, nördlich von Velden. Sie gab dem großen Naturpark "Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst" den Namen.

Stadtrecht im Jahr 1376

Die Ansiedlung ist entstanden als Forsthof mit umliegenden Feldern inmitten eines großen Waldgebiets. Als mittelalterlicher Missionskirchenort gehörte es zunächst den Bischöfen von Eichstätt, später dem Bistum Bamberg, das auch die Burg Veldenstein errichten ließ. Im Jahr 1376 erhielt der Ort von Kaiser Karl IV. das Stadtrecht. Die neue Stadt lag nicht an einer großen Handelsstraße, so entwickelte sich hier ortsansässiges Handwerk mit fünf großen Märkten im Jahr. Nahezu die gesamte Bevölkerung war in familienbetriebenen Handwerksberufen tätig, von Badern bis zu Zeugmachern. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren das 71 verschiedene Handwerksbetriebe bei nur 500 Einwohnern. Heute arbeiten viele Veldener in der örtlichen Industrie.

Gotische Kirche mit Glocken aus der Neuzeit

Ab dem 16. Jahrhundert gehörte das Städtchen zur freien Reichsstadt Nürnberg. 1525 führte der Nürnberger Rat die Reformation ein. Die wichtigsten Kunstwerke der spätgotischen Marienkirche stammen noch aus vorreformatorischer Zeit, der Hauptalter mit Maria im Strahlenkranz und Krone, umrahmt von musizierenden Engeln, und die beiden Nebenaltäre. Auch der aus der St. Gotthardskapelle übernommene "Jungfrauen-Altar" stammt noch aus gotischer Zeit. Die drei Glocken sind allerdings ganz neu, sie wurden im Jahr 2003 angeschafft.


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