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Zwölfuhrläuten Scheinfeld in Mittelfranken

Das rund 3.000-Bewohner zählende Städtchen Scheinfeld im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim bezeichnet sich auch als Tor zum Steigerwald, weil es an dessen Südwestabfall liegt. Seine Geschichte geht bis in die Karolinger Zeit zurück.

Von: Georg Impler

Stand: 15.08.2012 | Archiv

Der obere Tor-Turm, das alte Rathaus und Fachwerkhäuser kennzeichnen die historische Altstadt. Und - im Sommer der Fußball-EM vielleicht nicht uninteressant - der Sportartikelhersteller Adidas fertigt in Scheinfeld die Maßschuhe für Starkicker aller Kontinente.

Berühmte Baumeister

Drei Bauwerke heben den Ort besonders heraus: Das nach den Plänen des berühmten Elias Holl gestaltete Renaissance-Schloss Schwarzenberg, die von Balthasar Neumann entworfene Klosterkirche der Franziskaner-Minoriten und vor allem die katholische Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt.

Prächtige Ausstattung

Das im edlen Stil des Frühklassizismus gebaute, frisch renovierte, lichtdurchflutete Gotteshaus beeindruckt den Besucher schon beim ersten Blick. Das Auge schweift durch sein mit Pfeilern gegliedertes Langhaus und über die für ganz Franken einzigartige, von konischen Wandvorlagen getragene Wandgalerie unter dem Tonnengewölbe.
Mit der zurückhaltenden Ästhetik der Raumschale kontrastiert umso reizvoller die Spätrokokopracht der Ausstattung. Der Bamberger Bildhauer Franz Martin Mutschele hat sie Ende der 1770er Jahre ausgeführt: Den blauweißgrünlich und rostrot marmorierten, viersäuligen Hochaltar mit seinen in Weiß und Gold strahlenden Heiligenfiguren, Puttiköpfen und der Himmelfahrt Mariens im Zentrum, die anmutigen, von Pilastern gerahmten Seitenaltäre und die von Blütengirlanden gezierte Kanzel. Die freigebige Hand fürstlicher Stifter ist da heute noch zu spüren.

550 Jahre alte Marienglocke

Aus dem 48 Meter hohen Turm mit seinem geschweiften Haubendach und der schlanken Laterne läuten vier Glocken. Drei wurden 1949 bei Edelbrock in Gescher gegossen, die Marienglocke aber ist 550 Jahre alt, 18 Zentner schwer und kam im Mai 1947 unversehrt von Hamburg zurück.


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