BR Heimat

Volksmusik und Informationen

Heimatspiegel Volksmusik und Informationen

Spiegelung in einer Qwetschn | Bild: BR / Stefan Frühbeis

Zur Einstimmung auf den Tag: Mit Volksmusik aus der Region und mit Moderatoren, die in Bayern daheim sind. Volkskundliches und Brauchtum finden hier ihren Platz, doch darüber wird auch der Blick auf die Gegenwart nicht verstellt.

Denn Heimat ist das Hier und Heute. Heimat ist der Ort, wo die Menschen in vertrautem Umfeld leben und auch die eine oder andere Überraschung erleben.

Sendezeiten

Der "Heimatspiegel" wird Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag aus dem Funkhaus München gestaltet.

Am Dienstag, Donnerstag und Sonntag übernehmen dies die Kollegen aus dem Studio Franken in Nürnberg. Den Regionen entsprechend ist auch die Musik ausgewählt.

Aktuelle Themen aus Bayern, regionales Brauchtum, Wetter und Veranstaltungshinweise ergänzen das Programm.

Heimatspiegel extra

An Feiertagen senden wir einen "Heimatspiegel extra": zu hören um 8.05 Uhr auf BR Heimat.

1. Weihnachtstag, 25. Dezember 2022

"Freu Dich Erd und Sternenzelt"
Weihnachtliche Musik aus Böhmen

Mit Martin Fogt (Wiederholung von 2011)

Blick auf die Prager Burg und Karlsbrücke

Zu Zeiten Mozarts galt Böhmen als das Konservatorium Europas, und viele dortige Musiker zogen, um ihr Glück zu machen, in die Welt hinaus, ob sie nun Myslivecek, Benda, Zelenka oder Vorisek hießen. Wer im Lande blieb, spielte in einer kleineren oder größeren Hauskapelle einer adeligen Familie. So hatte der Prager Graf Chotek drei Brüder namens Havelka in seinem Dienst, die sich auch sonst nützlich machten. August, der Koch, spielte Oboe und Violine, František und Vladislav, ihres Zeichens Küchenbediensteter und Schneider, spielten Klarinette. Ein adeliger Herr auf dem Land konnte sogar seine Bäuerinnen und Bauern in einer italienischen Oper einsetzen, die er zu seinem Vergnügen aufführen ließ.

Dass eine solche Musikpflege gedeihen konnte, verdankt sich zum einen den Kompositionslehrern und Musikern in der größeren Städten, zum anderen den Schullehrern, die die Träger der Musikkultur auf dem Land waren. Bei letzteren wurden die Musikkenntnisse oft mehr geschätzt als das Vermögen, den Kindern den Lehrstoff beizubringen. "Jeder Böhme scheint ein geborener Musiker zu sein; ein Instrument zu haben, ist ihm so natürlich als essen und trinken", meinte der Engländer John Russel, der in den 20er-Jahren des 19. Jahrhunderts das Festland bereiste. Ihren Niederschlag findet die Musikliebe der Böhmen auch in weihnachtlicher Musikliteratur, und wohl in keinem anderen Land findet sich eine derart reiche Auswahl in diesem Genre.

In diesem Heimatspiegel extra lädt Martin Fogt zu einem musikalischen Spaziergang ein, der am Prager Strahov-Kloster beginnt und am Altstädter Ring vor der Theinkirche endet. Der musikalische Bogen der Anklopflieder, Pastorellen und Chorsätze reicht von den Meistern der Renaissance bis zu den Lehrerkantoren des 19. Jahrhunderts.

2. Weihnachtstag, 26. Dezember 2022:

Rossknecht und Rotwein
Altbayerisches Brauchtum zum Stephani-Tag

Von Stefan Frühbeis (Wiederholung vom 26.12.2008)

Stefani-Ritt

Namenstage sind - im Altbayerischen zumindest – weit wichtiger als Geburtstage. Das Namensfest des Heiligen Stephanus am zweiten Weihnachtsfeiertag droht allerdings manchmal im Glanz des Hochfestes der Geburt Jesu zu verblassen – sehr zum Bedauern der Kinder, die ihren Namenstag natürlich „gscheit“ begangen wissen wollen. Da tut es gut, wenn am Dorf eine Kirche dem Diakon geweiht ist. Das Patrozinium am „Steffe-Tag“ ist ein gutes „Vergiss-mein-nicht“ für die Verwandtschaft und Bekanntschaft. Die katholische Kirche setzte das Namens-Fest des Heiligen Stephanus bewusst in unmittelbare Nähe zum Weihnachtsfest. Noch vor Leonhard galt Stephanus als zuständig für das Wohlergehen von Pferden, die in seinem Namen gesegnet wurden. Rossknechte und Kutscher wechselten nicht an Mariä Lichtmess, sondern an Stephani ihren Arbeitsplatz. Stefan Frühbeis erinnert an Brauchtum zum Stephani-Tag.

Bayern natürlich

Europäische Wildkatze im Bayerischen Wald | Bild: picture-alliance/dpa zur Bildergalerie Der Natur auf der Spur Tier- und Pflanzen-Geschichten aus der Heimat

Wissenswertes aus der Tier- und Pflanzenwelt hören Sie freitags um 8.10 Uhr im "Heimatspiegel" auf BR Heimat. Nächstes Mal geht's die Wildkatze. [mehr]

Für Sie am Mikrofon

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Hier können Sie sich anschauen, wer Sie täglich von 6.00 bis 9.00 Uhr auf BR Heimat in den Tag begleitet. Unsere Heimatspiegel-Moderatoren! [mehr]

Bilder

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Die Votivtafeln in der Wallfahrtskirche Schwarzlack bei Brannenburg geben Zeugnis von unzähligen Schicksalen und zeigen auch Dankbarkeit. Eines erzählt von einer sensationellen Kuh-Rettung 1843. Martin Wieland hat den damaligen Unglücksort aufgesucht und berichtet von der Rettung. [mehr]


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Der Münchner Stadtteil Neuhausen liegt im Westen der Landeshauptstadt: nördlich der Bahngleise und zwischen Nymphenburger Schlosspark und Olympiapark. Im Zuge der Industrialisierung wurde aus dem Dorf eine Arbeitervorstadt und 1890 ein Stadtteil. Hier sehen Sie alte und aktuelle Aufnahmen rund um den Rotkreuzplatz. [mehr]


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Als 1803 das Kloster Tegernsee aufgelöst wurde, fiel auch das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum weg. 1817 erwarb König Max I. Joseph die Gebäude. Damit kam wieder Leben ins Tal. Der Wittelsbacher und seine Familie sind dem Tegernsee bis heute verbunden. [mehr]


Jüdisches Leben in Bayern: Steyerisches Rasplwerk | Bild: Jüdisches Museum Hohenems zur Bildergalerie Zither, Kippa, Trachtengwand Jüdisches Leben im Alpenland

Das "Steyrische Rasplwerk" ist eine Liedersammlung des jüdischen Industriellensohnes Konrad Mautner und die Grundlage für die Arbeit vom Kiem Pauli, der in Bayern Volkslieder sammelte. Trachten gab's beim "Wallach" und viele Bergsteiger-Pioniere waren ebenfalls Juden. Bis ihnen der Zugang zu den Hütten verwehrt wurde. Ulrike Zöller begibt sich auf jüdisch-alpine Spurensuche. [mehr]


Fischbachauer Sängerinnen | Bild: Martin Prochazka zur Bildergalerie Legendärer Klang aus dem Leitzachtal Die Fischbachauer Sängerinnen

1947 standen drei junge Dirndl aus dem Leitzachtal im Miesbacher Oberland das erste Mal öffentlich auf der Bühne: die Fischbachauer Dirndl. Seitdem haben die Fischbachauer Sängerinnen mit vielen eigenen Liedern und mit ihrer dreistimmigen Singpraxis die alpenländische Volksmusik entscheidend mitgeprägt. [mehr]