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Meteor-Schauer & Sternschnuppen Im April flitzen sie endlich wieder

In den April-Nächten haben Sie endlich wieder Wünsche frei! Sternschnuppen der Lyriden flitzen jetzt über den Nachthimmel. Wir verraten, wann und wo Sie die meisten Meteore finden ...

Von: Heike Westram

Stand: 29.03.2018

Endlich: Die lange Zeit ohne merkliche Sternschnuppen ist vorbei! Februar und März hatten kaum ein Funkeln zu bieten, aber jetzt im April flitzen wieder Sternschnuppen über den Sternenhimmel. Der Meteorstrom der Lyriden ist in der zweiten Monatshälfte aktiv - und ist in manchen Jahren überraschend prächtig.

Sternschnuppen aus dem Sommer-Sternbild Leier

Lyriden-Sternschnuppen können Sie in der ganzen zweiten Monatshälfte sehen, denn der Meteorstrom ist vom 14. bis 30. April aktiv. Meist sind es nur ein paar, doch rund um den Höhepunkt des Sternschnuppen-Regens werden es richtig viele.

Von hier kommen die Lyriden

Der Radiant der Lyriden, von dem die Sternschnuppen auszuströmen scheinen, liegt im Sternbild Leier (Lyra, daher der Name des Meteorstroms), nahe dessen hellstem Stern Wega. Dieses Sommer-Sternbild taucht gegen zehn Uhr abends über dem Horizont im Nordosten auf. Etwa gegen halb zwölf ist die Leier dann so hoch, dass der Radiant allmählich günstig für die Schnuppensuche steht. In den Morgenstunden, bevor die Dämmerung ab vier Uhr einsetzt, sind die Bedingungen für die Lyriden am besten.

Höhepunkt der Meteore

Sternschnuppe

Der Höhepunkt des Schauers findet in diesem Jahr am 22. April statt, wahrscheinlich schon um acht Uhr abends, wenn die Leier noch zu tief ist, als dass wir viele Sternschnuppen sehen können. Doch die Lyriden sind sehr wankelmütig - das Maximum könnte auch schon tagsüber eintreten oder sich bis elf Uhr abends verzögern, was für uns günstig wäre. Und zum Glück fallen bei den Lyriden die Höchstraten an Sternschnuppen viele Stunden lang. Sogar in der Nacht davor und danach werden Sie Stunde für Stunde etliche Sternschnuppen sehen.

So viele Sternschnuppen gibt's zu zählen

Scheinbarer Ausstrahlungspunkt eines Sternschnuppen-Regens

Zum Höhepunkt, für 20 Uhr prognostiziert, flitzen zwischen 14 und 23 Sternschnuppen pro Stunde übers Firmament. Aber auch dreißig Stunden vor oder nach dem Höhepunkt sind noch mindestens halb so viele unterwegs, manchmal auch länger. In der Nacht vom 21. auf den 22. April und in der Nacht vom 23. auf den 24. April könnten also etwa zehn Sternschnuppen pro Stunde zu sehen sein.
Ein wenig spuckt Ihnen allerdings der Mond in die Suppe, der erst in der zweiten Nachthälfte untergeht und abends mit seinem Licht stört. Die Morgenstunden sind also diesmal besonders gut zur Sternschnuppensuche: Dann ist es mondfrei und der Radiant in der Leier steht sehr hoch - die besten Bedingungen. Nur ob dann auch gerade die meisten Sternschnuppen flitzen?

Unser Tipp: Zwei günstige Zeitpunkte

Die frühen Morgenstunden des 22. April bieten gute Chancen: Der Mond geht um 2.15 Uhr unter, bis etwa fünf Uhr ist es dunkel genug, das vorhergesagte Maximum der Sternschnuppen ist nur noch einige Stunden entfernt.

Oder Sie machen sich abends am 22. April auf die Suche - etwa ab zehn Uhr abends, kurz nach dem errechneten Höhepunkt. Dann ist es dunkel genug, die Leier geht gerade tief im Nordosten auf und der Mond senkt sich langsam gen Westen. Wenn Sie dessen Licht geschickt durch eine Hauswand oder einen Berg ausblenden können, werden Sie genug Sternschnuppen sehen.

Manchmal ein überraschender Meteor-Sturm

Meteor-Sturm oder Sternschnuppen-Regen?

In manchen Jahren entfachen die Lyriden ein wahres Feuerwerk am Himmel: Entdeckt wurden diese Sternschnuppen erstmals im 7. Jahrhundert v. Chr. von einem chinesischen Beobachter, der glaubte, die Sterne fielen vom Himmel. 1922 brauste der Lyriden-Sturm mit hundert Schnuppen pro Stunde über den Himmel. Und auch 1982 etwa zählte man neunzig Sternschnuppen in der Stunde. Mit einer Geschwindigkeit von rund fünfzig Kilometern pro Sekunde sind die Lyriden recht flott unterwegs. Viele der Meteore ziehen zudem eine leuchtende Spur über den Himmel.

Sternschnuppen-Infos

Wie viel Sie sehen

Die maximalen Fallraten, in Fachliteratur als ZHR angegeben, sind eine theoretische Größe. Die könnten Sie dann sehen, wenn der Radiant eines Meteorschauers senkrecht über Ihnen im Zenit wäre. Ist er tiefer, sinkt die Zahl deutlich. 
Und: Etwa ein Drittel des Himmels können Sie mit dem Blick umfassen. Sternschnuppen außerhalb dieses Drittels entgehen Ihnen.

Was sind Sternschnuppen?

Kreuzt die Erde eine alte Schweifspur eines Kometen, bringen deren winzige Staubteilchen beim Eintritt die Erdatmosphäre zum Glühen: Aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit regen die Teilchen die Atome unserer Atmosphäre zum Leuchten an. Was Sie am Nachthimmel aufblitzen sehen, ist also meist nicht das Teilchen selbst, sondern nur ein "Leuchtkanal" - die Bewegungsspur der Sternschnuppe. Auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne begegnet die Erde immer wieder den gleichen Kometenspuren, daher treten viele Meteor-Schwärme periodisch zum gleichen Datum auf.

Meteor oder Meteorit?

Ein Meteor ist der Lichtstrahl, der entsteht, wenn ein Himmelskörper in die Erdatmosphäre eintritt und mit seiner kinetischen Energie deren Atome zum Leuchten anregt. Das Wort stammt vom griechischen metéōron ab, der "Himmelserscheinung". Den eintretenden Körper, der diese Leuchterscheinung verursacht, nennt man Meteoroid (gelegentlich auch Meteorid). Als Meteoriten werden die Bruchstücke bezeichnet, die tatsächlich am Erdboden anlangen.
Sternschnuppen werden von Körpern verursacht, die so klein sind (zwischen einem Millimeter und einem Zentimeter), dass sie vollständig in der Erdatmosphäre verglühen. Wir nehmen nur deren Lichtstrahl wahr: Meteore.

Der Mutterkomet der Meteore

Die Lyriden stammen vom Kometen Thatcher (C/1861 G1), der alle 415 Jahre die Sonne einmal umkreist. Zuletzt war er im Jahr 1861 der Sonne nah.

Tipps zum Fotografieren von Sternschnuppen

Zeit, Geduld & Übung

Sternschnuppen sind mit 35 bis 70 km/s ausgesprochen schnelle Objekte und daher schwer zu fotografieren. Bringen Sie Zeit und Geduld mit, um sich mit der Kamera erst einmal auf die Nachtfotografie "einzuschießen". Hier ein paar Tipps, falls Sie die Jagd mit der Kamera versuchen wollen.

Ausrüstung

Nachtfotografien müssen Sie so lange belichten, dass Sie die Bilder nicht mehr aus der Hand machen können.

  • Verwenden Sie Stativ und Fernauslöser (oder den Selbstauslöser), um die Bilder nicht zu verwackeln.
  • Sie benötigen eine Kamera, bei der Sie den Blitz ausschalten und Belichtungszeiten manuell einstellen können.
  • Benutzen Sie ein Objektiv mit möglichst kurzer Brennweite (Weitwinkel).

... und dann Licht, Licht, Licht

Sternschnuppen sind ausgesprochen lichtschwach. Um sie überhaupt abzulichten, hilft nur eins: So viel Licht wie möglich muss auf den Film! Die übrigen Objekte wie Bäume, Sterne etc. werden Sie damit überbelichten, allerdings sollte der Himmel dabei nicht allzu hell werden.

  • lange Belichtungszeiten wählen (bis zu 3 Minuten und mehr!)
  • Blende weit öffnen (kleine Blendenzahl)
  • hohe ISO-Werte einstellen

Wenn Sie bei der Suche nach Sternschnuppen eine sternklare Nacht erwischt haben, dann bleiben Sie noch ein bisschen: Denn jetzt erstrahlen am Nachthimmel endlich wieder die Sternbilder des Frühlings.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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