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So geht Fastnacht! Eine spaßige Anleitung für gelungene Prunksitzungen

Wie geht eigentlich Fastnacht? Was ist das Erfolgsgeheimnis einer gelungenen Prunksitzung? Zeit für Bayern schickt die fiktive Nina Narretei auf Spurensuche in Franken. Eine spaßige Anleitung.

Von: Benjamin Baumann

Stand: 21.02.2020 | Archiv

Eine gelungene Prunksitzung braucht Büttenredner, Tänzer, einen Sitzungspräsidenten – mehr fällt Nina Narretei auf Anhieb nicht ein. Deshalb muss sie sich Tipps und Tricks bei den Profis holen. Und dafür geht sie erst einmal in das unterfränkische Leinach – dort wird der Narrennachwuchs geschult. In Leinach trifft Nina auf Julia, die Bezirksjugendleiterin für Unterfranken.

"In Leinach organisieren wir verschiedene Workshops. Ähnlich wie in der Universität, es gibt Lehrstunden. Die Jugendlichen können sich eintragen, was sie interessiert. Wir wollen ja auch fördern, wo ihre Schwachpunkte sind. Oder die Glanzpunkte noch hervorheben. Das reicht vom Redenschreiben über Rhetorik – jetzt hatten wir dieses Jahr auch, wie man Kostüme gestaltet."

Julia Botos, Bezirksjugendleiterin

Darauf kommt es auf der Bühne an

Die Jugendlichen werden in Leinach also für die Bühne fit gemacht. Einer von ihnen: Dominik Hausin. Er weiß genau, was es für einen gelungenen Bühnenauftritt braucht.

"Also du musst dir erst mal n Thema raussuchen, das zu dir passt. Und dann musst du anfangen zu schreiben. Man muss laut und deutlich sprechen. So, dass es die letzten in der hintersten Reihe hören. Man soll die Bühne in Abschnitte aufteilen. Damit man das Publikum bei nem Lied auch mitnehmen kann."

Dominik Hausin

Tipps für eine richtig gute Kinderbütt

Auch Dominiks Mentor, Andi Stange, hat richtig gute Tipps auf Lager, was es für eine gute Kinderbütt braucht.

"Wenn ein Kind eine Rede macht, muss sich das Kind damit auseinandersetzen können, es erklären können. Wir fragen, habt ihr die Wörter verstanden? Man muss die Rede auf das Kind schreiben. Dann kommt das auch gut rüber. Das Publikum muss die Rede dem Kind abnehmen."

Andi Stange

Einfach ein paar Witze aneinanderhängen reicht also nicht. Das weiß auch Marco Anderlik, der Präsident des Fastnacht-Verband Franken.

"Für unsere Vereine und für den Verband ist das wichtig, hier wird der nächste Schritt getan für die Nachwuchskünstler. Hier wird gefeilt am Ausdruck, an den Reden. Aus Leinach sind in den letzten 19 Jahren Künstler herausgetreten, die dann bei der Jugendsitzung 'Wehe wenn wir losgelassen', aber auch bei den anderen Erwachsenen-Sendungen aufgetreten sind."

Marco Anderlik

Nina Narretei trifft auf weitere Nachwuchstalente, ganze Fastnachtsfamilien und bekommt Unterstützung von Stars der Fastnacht wie Michl Müller und Ines Procter. Und sie reist nach Kitzingen. Dort findet das Casting zur Narrennachwuchs-Sitzung "Wehe wenn wir losgelassen" statt.

Nachwuchs-Casting in Kitzingen

Elena Romeis ist eine Nachwuchskünstlerin, die in Kitzingen ihr Glück versucht. Sie tritt dazu vor der Jury vom Fastnacht-Verband Franken und des Bayerischen Rundfunks auf. Dabei geht es um viel – nämlich um die Entscheidung, ob sie in Veitshöchheim auftreten darf. Ihre Bütt hat sie zusammen mit ihrem Onkel Michael geschrieben.

"Also wir nehmen immer Themen, die auch im wahren Leben so sind. Dann haben wir gedacht, warum machen wir nicht 'Dorfkind' zum Thema. Ich bin ja ein Dorfkind. Wir haben uns fast jeden Tag getroffen über zwei Wochen. Das war viel Arbeit, aber jetzt ist es vorbei. Ich finde das ist die beste Bütt in drei Jahren."

Elena Romeis, Nachwuchskünstlerin

Am Ende schafft sie es. Die Jury entscheidet, dass Elena Romeis in Veitshöchheim auftreten darf.

"Es ist wirklich toll, dass ich genommen wurde und ich freue mich auf die Zeit in Veitshöchheim. Also es gab starke Konkurrenz und ich freue mich, dass ich dabei bin."

Elena Romeis, Nachwuchskünstlerin

Gesang, Sketche – und Tanzeinlagen

Die Gardetänzerinnen der Buchnesia Jugendgarde

Für so eine Prunksitzung braucht es neben guten Büttenreden auch Gesang, eine Sitzungskapelle, gute Sketche, einen Sitzungspräsidenten und natürlich Tanzeinlagen.

"Also die Zuschauer, die ich kenne, wollen ein ausgewogenes Verhältnis – mindestens vier bis fünf Tänze, denn die sind kürzer als Büttenreden und sehr unterhaltsam. Es gibt Mädels, die alleine tanzen, Jungs, die alleine tanzen, dann gibt es Tanzpaare, Gardetänze und Schautänze."

Ruth Angermayer, Tanztrainerin

Immer mehr Fastnachtsvereine in Franken

Derweil wächst die Zahl der Fastnachter und der Fastnachtsvereine in Franken stetig. Mehr als 300 gibt es bereits. Deshalb wurde in Kitzingen auch eine neue Fastnacht-Akademie gebaut. Was der Nachwuchs dort lernt, kann er schließlich bei der Narrennachwuchssitzung "Wehe wenn wir losgelassen" zeigen.

Der Narrennachwuchs im Bayerischen Fernsehen

"Wehe wenn wir losgelassen", die Prunksitzung des Narrennachwuchses, können Sie am Sonntag (23.02.20) im BR Fernsehen sehen, um 20:15 Uhr. Wiederholt wird die Sendung am Montag (24.02.20) um 14:30 Uhr.


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