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Mehr als kneippen in Wörishofen Pirsch durch den Kräutergarten zum eigenen Dip

Ein Spaziergang in einen Kräutergarten bietet viele Genussanregungen für Große und Kleine. Ein besonders lohnendes Ziel ist der Kurpark in der Kneippstadt Bad Wörishofen mit seinen unglaublich vielfältig bestückten Kräuterbeeten. Von Richard Schlosser

Stand: 03.07.2016 | Archiv

Das Unterallgäu ist Kneippland. Denn dort - in Stephansried bei Ottobeuren - wird der so genannte Wasserdoktor 1821 geboren. 1855 kommt Pfarrer Sebastian Kneipp als Seelsorger der Dominikanerinnen ins Kloster Wörishofen. Gut vier Jahrzehnte später stirbt er und hinterlässt ein völlig verändertes Bauerndorf. Wörishofen hat sich zu einem Kurort entwickelt. Der Naturheiler ist gefragt bei Menschen mit gesundheitlichen Beschwerden. Wasser, Bewegung, gesunde Ernährung, Ordnung im Leben - heute genannt Balance - und Kräutertherapien verordnet der heilkundige Pfarrer seinen Patienten.

Der Koch und die Kinder

Und man muss gar nicht unbedingt eine vierwöchige Kneippkur in einer Klinik machen, um vom Erfahrungsschatz Kneipps und der Volksmedizin zu profitieren. Zeit wäre in den Ferien genug z.B. für einen kleinen Spaziergang in einen Kräutergarten. Groß und Klein erleben dort immer genusshafte Reize und wohlriechende Blättchen für wohlschmeckend Selbstgemachtes. Besonders viel Auswahl bietet dafür zum Beispiel der Kurpark in der Kneippstadt mit seinen unglaublich vielfältig bestückten Kräuterbeeten.

"Also hier sehen wir ein Beet mit süßer Limonenminze, Erdbeerminze, dahinten Basilikumminze, dort die normale hier noch Ananasminze hier Hemingwayminze, es gibt viele  Kräuter, auch von Minze Unterarten, wie wir hier sehen können."

Benedikt

Die Buben und Mädchen sind voll bei der Sache - sie riechen und schmecken ...

Benedikt, 11 Jahre alt, kennt viele Kräuter aus der Schule oder aus der Küche seiner Mama, ebenso seine Freundinnen Theresa und Linda, beide 10 Jahre alt und ebenso der siebenjährige Paul. Bei dieser großen Auswahl an Minzen im Kurpark in Bad Wörishofen wandert das eine oder andere Blättchen natürlich sofort in den Mund.---------------------

Die beiden Buben und die beiden Mädchen testen mit Begeisterung Geruch und Geschmack der ganz unterschiedlichen Minzarten. Allerdings ist ihr fachkundiger Begleiter beim Spaziergang im Kräutergarten weniger an Minztee interessiert. Markus Müller, Küchenchef in einem großen Kurhotel, hat einen anderen Plan :

Das Sammeln macht Spaß ...

"Wir sammeln verschiedene Kräuter wie Salbei, bissle Thymian, Basilikum werden wir finden vl. bisschen Rosmarin, vl noch schnittlauch Petersilie und dann machen wir einen Kräuterquark  als Aufstrich fürs Brot oder wenn man grillt, den könnten wir auch als Dip verwenden für Kartoffeln oder helles Fleisch."

Markus Müller

Schnell geschnitten sind die sechs kleinen Kräutersträußchen für den gewünschten Dip samt lila-farbenen Schnittlauchblüten für die Dekoration. Marcus Müller hat auch ein paar Tipps parat für die Kräuterernte:

"Wenn man räuter abschneidet, nie zuweit am Boden, immer eine halbe Handbreite nach oben und dort schneiden,  am allerbesten ist es, wenn man oben die Spitzen nur wegnimmt, das sind die zartesten Blätter."

Markus Müller

Der Kräuterquark schmeckt gleich anders, wenn die Zutaten selbst gesammelt worden sind.

Linda, Theresa, Benedikt und Paul haben einfach ein gutes Gespür für ihre Umgebung, für's Schmecken und Riechen in der Natur. Deshalb macht es ihnen auch sichtlich Spaß, die gesammelten Kräuter in der Küche zu verarbeiten.

Der Dip aus Quark, Sauerrahm und Kräutern,k aus Salz und Pfeffer lässt sich wirklich schnell und unkompliziert zubereiten. Küchenchef Markus Müller und die jungen Hilfsköche und Kräutersammler sind begeistert

Das Rezept für den Dip

Würziger Kräuter-Dip nach Küchenchef Marcus Müller aus Bad Wörishofen für frisches Brot oder helles Fleisch:
250 Gramm Quark 5-10 Eßlöffel Sauerrahm frisch geernteten Schnittlauch, Petersilie, Rosmarin, Thymian, Salbei, Basilikum Salz Pfeffer (frisch aus der Pfeffermühle)

 


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