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Robert Johnson Der Mann, der den Blues geprägt hat

"Crossroads" ist der wohl meist gecoverte Titel der sagenumwobenen Blueslegende Robert Johnson. Der amerikanische Regisseur Walter Hill verfilmte unter diesem Titel Mitte der 80er seine Lebensgeschichte. Gerade mal 30 Titel waren es, die er in seinem kurzen Leben zwischen 1911 & 1938 aufgenommen hat. Aber wenn je ein Bluesmusiker das Prädikat legendär oder Superstar verdient hat, dann ist das Robert Johnson.

Von: Till Obermaier-Kotzschmar

Stand: 22.08.2013 | Archiv

Von Robert Johnson existieren nur zwei Bilder, eins ist auf diesem Plattencover zu sehen. | Bild: Sony Music

Von Robert Johnson existieren nur zwei Bilder, eins ist auf diesem Plattencover zu sehen.

Robert Johnsons tragisches Leben, seine Blues von schmerzhafter Poesie & seine Innovationen auf der Gitarre, haben nicht nur seine Zeitgenossen Son House, Honeyboy Edwards oder Muddy Waters überrascht, sondern auch die Geschichte des Blues & der Popmusik entscheidend geprägt. Ganze Legionen von schwarzen & weißen Musikern übernahmen seine Kompositionen. Von Elmore James bis Eric Clapton, von Fleetwood Mac bis zu den Rolling Stones.

Robert Johnson wurde am 8. Mai 1911 in Hazlehurst, Mississippi, in den USA geboren. Er war unehelicher Sohn von Julia Major-Dodds. Sein richtiger Vater war der Plantagen-Arbeiter Noah Johnson. Später heiratete die Mutter den Arbeiter Willie Willis, der nahm den kleinen Robert bei sich auf.

Ein Gitarren-Könner aus Mississippi

Wurde von Johnsons Blues stark beeinflusst: Eric Clapton.

Um 1930 begann Johnson ernsthaft damit, Musik zu machen. Großen Einfluss hatte Son House, dessen Gitarre er sich öfters auslieh. Irgendwann fragte er, ob er etwas vorspielen dürfe. Und Son House war vom Können des jungen Robert völlig überrascht. Hierum rankt sich die Legende, dass er einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatte, um so schnell gut spielen zu lernen.

Es muss die Ausstrahlung des jungen, gut aussehenden Sängers gewesen sein, dass sich im Publikum immer viele Frauen befanden, die meisten von ihnen verheiratet. Son House, der großen moralischen Einfluss auf ihn hatte, warnte Johnson davor, Verhältnisse einzugehen. Ihm war es egal. Und wie man aus der Geschichte weiß, sie endete tödlich.

Ein Giftbecher voller Whiskey

Honeyboy Edwards, der damals mit ihm spielte, ist sich sicher: Es war der vergiftete Whiskey, den er vom eifersüchtigen Ehemann bekam, mit dessen Frau er ein Verhältnis hatte. Robert Johnson starb am 16. August 1938 in Greenwood, Mississippi, gerade mal 27 Jahre alt.

Ein anderer Mann, mit dem Robert Johnson eng verbunden war, war Robert Lockwood jr.1915 in Helena, Arkansas geboren, ließen sich die Eltern scheiden. Seine Mutter lebte zehn Jahre mit Johnson zusammen. Von ihm lernte er Gitarre spielen.

Später litt Lockwood darunter, ständig mit Johnson verglichen zu werden. Er tauschte die sechssaitige Gitarre gegen die zwölfsaitige und spielte einen eigenen, mehr jazzorientierten Stil.

Einer, der alle nach ihm geprägt hat

Mag das Werk von Robert Johnson noch so klein sein, es ist von herausragender, künstlerischer Bedeutung. Samuel B.Charters schrieb in seinem Buch "Country Blues":

"In den Blues von Robert Johnson herrscht eine bedrückende Atmosphäre von Qual & Verzweiflung. Sein Gesang klingt verstört, man versteht kaum den Text und die Gitarre drängt in permanenter Rhythmik voran. Nicht zu vergessen, dass er der erste Musiker war, der ausgefeilte Boogie-Woogie Riffs auf den tiefen Saiten der Gitarre spielte, die später als Grundlage für den Chicago Blues dienten. Und auch sein Bottleneckspiel war sehr modern und prägte ganze Generationen von Bluesmusikern."

Samuel B. Charters

Und auch sie sind bekennende Johnson-Fans: Mick Jagger (links) und Keith Richards von den Rolling Stones.

1961 erschien die erste von zwei Platten: "Robert Johnson – King Of The Delta Blues Singers". Davor war kaum etwas von seiner Musik zu hören gewesen. Diese Platten beeinflussten die Rockmusiker der ersten Generation. Von den Rolling Stones bis Led Zeppelin und von Jimi Hendrix bis Cream. Und so ist das Prädikat, ein Superstar oder eine Legende des Blues zu sein, durchaus berechtigt.


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