Bayern 2

     

radioWissen Die verdrängten Frauen des Christentums

Eine Darstellung von Lilith mit einer Schlange. | Bild: picture-alliance / Mary Evans Picture Library

Mittwoch, 20.07.2022
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Frauen in geweihten Ämtern der Frühkirche
Priesterin, Diakonin, Bischöfin

Lilith
Adams erste Frau

Das Kalenderblatt
20.7.1639
Kirsten Svendsdatter entdeckt das längere der Goldhörner von Gallhus
Von Justina Schreiber

Diese Sendung hören Sie auch in der BR Radio App bei Bayern 2 und ist als Podcast verfügbar.

Frauen in geweihten Ämtern der Frühkirche - von Sophia bis Theodora
Autorin: Susanne Brandl / Regie: Irene Schuck
Katholische Kirchenführer behaupten gerne, dass es keine Tradition von Frauen in geweihten Ämtern der Römisch-Katholischen Kirche gibt. Das entbehrt allerdings jeder historischen Grundlage. Epigraphische und literarische Funde beweisen klar, dass es im frühen Christentum Priesterinnen, Diakoninnen und sogar Bischöfinnen gab. Am bekanntesten sind die Diakonin Phoebe und die Apostelin Junia.
Aber es gibt noch viele weitere Frauen, die in der Frühkirche bis ins Mittelalter hinein (2. - 9. Jhdt.) theologisch und kirchenpolitisch tragende Rollen gespielt haben. Um nur einige zu nennen: Die Diakonin Sophia, die Missionarin Priska, die Täuferin Thekla, die die Bischöfin Theodora etc.
Sie bekommen in dem Feature ein Gesicht, indem Forscherinnen der feministischen Exegese zu Wort kommen, unter anderen die Professorin für evangelische Theologie Ute Eisen.
Dabei wird auch ein Blick auf die herkömmliche historische Forschung unter der androzentrischen Perspektive geworfen. Außerdem wird rekonstruiert, wie und warum das Wirken dieser Frauen eingeschränkt werden konnte. Zuletzt folgt ein Ausblick, wie und wann Frauen wieder in geweihte Ämter der katholischen Kirche zurückkehren könnten.

Lilith - Adams erste Frau
Autorin: Christiane Adam / Regie: Irene Schuck
Eine circa 1.100 Jahre alte hebräische Sage erzählt, dass Adam vor Eva schon eine andere Frau hatte: Lilith. Sie war von Gott gleichzeitig mit Adam aus Erde erschaffen worden. Als Adam von ihr Unterwerfung forderte, widersetzte Lilith sich, verließ den Garten Eden und machte als unsterbliche Dämonin Karriere. Moderne Interpreten verstehen den mittelalterlichen Schöpfungsmythos als Parabel für den Kampf der Geschlechter. Kein Wunder, dass Lilith zur Ikone der feministischen Bewegung wurde. Schließlich verkörpert sie jenen nach Gleichheit und Unabhängigkeit strebenden Typus Frau, der in den abendländischen, jüdisch-christlich geprägten Kulturen traditionell entwertet und dämonisiert wurde. Die ursprünglichen Wurzeln der ebenso rebellischen wie betörenden Lilith-Gestalt sind allerdings babylonisch und mehr als 3.000 Jahre alt. ...
Erstsendung 1. Februar 2012

Moderation: Gabi Gerlach
Redaktion: Bernhard Kastner

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