Bayern 2

radioWissen Ágnes Heller und Hannah Arendt

Philosophin Agnes Heller | Bild: picture-alliance/dpa

Mittwoch, 12.05.2021
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Die Philosophin Ágnes Heller
"Du hast immer die Wahl!"

Hannah Arendt
"Die Banalität des Bösen"

Das Kalenderblatt
12.05.1973
Psycho-Floß bricht zu bizarrem Sozialexperiment auf
Von Prisca Straub
Als Podcast und in der neuen Bayern 2 App verfügbar

Die Philosophin Ágnes Heller: "Du hast immer die Wahl!"
Autorin: Daniela Remus / Regie: Christiane Klenz
Die Verfolgung durch die Nationalsozialisten überlebte die ungarische Jüdin Ágnes Heller nur durch Zufall. Ihre Familie kam in den Vernichtungslagern um. Nach dem Krieg ging die Überlebende zurück nach Budapest, studierte Philosophie beim Marxisten György Lukács und trat in die Kommunistische Partei ein. Aber als sie sich 1956 beim Ungarischen Aufstand gegen die sowjetische Besatzungsmacht anschloss, wurde sie verhaftet und flog von der Universität. In Ungarn blieb ihr ab dann bis zur Emigration 1977 nur die Rolle der politischen Dissidentin. International bekannt und anerkannt wurde sie, als sie den Ruf auf den Lehrstuhl von Hannah Arendt in New York annahm. Die Erfahrung der europäischen Totalitarismen hat ihr Leben geprägt. Die Freiheit und die Würde des Menschen wurden zentral für das Denken der ungarischen Philosophin. Denn sie war davon überzeugt, dass der Mensch selbst unter widrigsten Bedingungen wählen kann, frei zu sein.

Hannah Arendt: "Die Banalität des Bösen"
Autor: Fabian Mader / Regie: Christiane Klenz
Hannah Arendts Lebensweg als außergewöhnlich zu bezeichnen, wäre eine Untertreibung. Schon als Studentin die folgenreiche Affäre mit ihrem Professor Martin Heidegger - die sie ihr Leben lang nicht mehr loslässt. Nach der Flucht vor dem NS-Regime erkämpft sich die Jüdin in den USA ihren Platz als einflussreiche Intellektuelle und hängt doch an Deutschland, der Sprache - und Martin Heidegger, den sie spät in ihrem Leben wiedertrifft. Zum Zeitpunkt des Wiedertreffens ist sie bereits weltberühmt, vor allem aufgrund ihrer Berichte vom Prozess gegen den Holocaust-Logistiker Adolf Eichmann: ihre These der Banalität des Bösen - der kollektiven Gedankenlosigkeit, durch die die Nazi-Gräuel erst möglich geworden seien. Hochumstritten und vielleicht auch deshalb so einflussreich. Weniger bekannt sind ihre Ansätze, um gegen diese Gedankenlosigkeit anzukämpfen, ihre Thesen zu Platon, ihre Auseinandersetzung mit dem Denken und der Freiheit.
Erstsendung: BR 2018

Moderation: Gabi Gerlach
Redaktion: Bernhard Kastner

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