Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Anthroposophie und Theosophie

Helena  Blavatsky | Bild: picture-alliance/dpa

Mittwoch, 11.03.2020
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Anthroposophie
Das Ringen um Ganzheitlichkeit 

Helena Blavatsky
Spiritistin, Okkultistin und Theosophin

Das Kalenderblatt
11.3.1845
Fahnenmastkrieg zwischen Maori und Briten bricht aus
Von Martin Trauner
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Anthroposophie - das Ringen um Ganzheitlichkeit 
Autorin: Daniela Remus / Regie: Irene Schuck
Leib, Seele und Geist sind die zentralen Begriffe, mit denen Rudolf Steiner, der Begründer der modernen Anthroposophie vor rund einhundert Jahren das Wesen der Menschen beschrieben hat. Allerdings legt er Wert darauf, dass seine Begrifflichkeit nichts mit dem traditionellen Verständnis der Philosophie zu tun hat. Denn Rationalität spielt in Steiners esoterischer Weltanschauung eher eine untergeordnete Rolle. Das esoterische Menschenbild mit Entwicklungsmöglichkeiten in übersinnliche Sphären soll die Grundlage sein, für eine wahre Welterkenntnis. Anleihen an die Mystik, den christlichen Wiederauferstehungsglauben und fernöstliche Heilslehren mischt Rudolf Steiner mit seinem Wissen über Goethe und den deutschen Idealismus und formt daraus seine eigene spirituelle Weltanschauung. Einer der Grundgedanken dabei, Mensch und Natur in ganzheitlichem Zusammenhang zu denken, ist in der anthroposophischen Medizin, in der Öko-Landwirtschaft oder in der Pädagogik der Waldorf-Schulen bis heute präsent.

Helena Blavatsky - Spiritistin, Okkultistin und Theosophin
Autor und Regie: Frank Halbach
Helena Petrowna Blavatsky, die "Sphinx des 19. Jahrhunderts", wird bis heute von Legenden umrankt: Angeprangert von den einen als Scharlatanin und Betrügerin. Verehrt von den anderen als die Begründerin der Theosophie, einer Lehre, die mystisch-religiöse und spekulativ-naturphilosophische Denkansätze kombiniert und die Welt insgesamt als göttliche Entwicklung versteht. "Die Theosophische Gesellschaft? Das bin ich!", meinte Blavatsky selbstbewusst über ihre universale Religionsphilosophie. Sie war eine der ersten Frauen, die als Begründerin einer neuen spirituellen Bewegung ans Licht der Öffentlichkeit trat. Blavatskys Konzept ist eine Reaktion auf den Positivismus und Materialismus ihrer Zeit, Ausdruck einer Sehnsucht, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts europaweit verstärktes Interesse an religiösen Ideen und Esoterik weckte. Sie wollte nicht weniger als einen Weg in die Zukunft der Menschheit beginnen, in der Unterschiede von Geschlecht, Hautfarbe, Glaube und Herkunft bedeutungslos sein sollten. Dem Idealbild, das sie und ihre Anhänger von ihr zeichneten, steht offene Feindseligkeit für die sogenannte "Seelenfängerin" gegenüber. Sie selbst meinte dazu: "Sollen mich doch diese als Medium und Spiritistin und jene als Betrügerin bezeichnen. Der Tag wird kommen, an dem die Nachwelt all dies besser wissen wird."

Moderation: Gabi Gerlach
Redaktion: Bernhard Kastner

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