Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Theodor Fontane und die Novelle

Theodor Fontane Statue | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 21.01.2020
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Theodor Fontane
Leben und Werk

Die Novelle
Eine "unerhörte Begebenheit"

Das Kalenderblatt
21.1.2001
Jutta Kleinschmidt gewinnt als erste Frau die Rallye Paris-Dakar
Von Simon Demmelhuber
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Theodor Fontane - Leben und Werk
Autorin und Regie: Gabriele Bondy
Er gilt als wichtiger Vertreter des poetischen Realismus. Geboren 1819 in Neuruppin, gestorben 1898 in Berlin. Obwohl er schon früh zu reimen begann, sind seine berühmten Werke spät begonnen und erst im Alter beendet worden. Zunächst sammelte Fontane Berufs- und Lebenserfahrung als Apotheker, Journalist, Übersetzer, Unteroffizier und sogar als Revolutionär in den sog. "Barrikaden - Kämpfen". Mit 30 entschloss er sich, ausschließlich als "freier Schriftsteller" zu arbeiten. "Wanderungen durch die Mark Brandenburg", "Frau Jenny Treibel", "Irrungen, Wirrungen" und "Effi Briest" gelten als Klassiker. Die genaue Charakterisierung seiner Romanfiguren, deren Konflikte mit Konvention und individueller Erfüllung, erzeugen noch heute fesselndes Lesevergnügen. Viele seiner Romane sind mehrmals verfilmt worden.

Die Novelle - eine "unerhörte Begebenheit"
Autor: Thomas Morawetz / Regie: Frank Halbach
Was war denn das? Manche Leserinnen und Leser werden sich wundern, wenn sie die kurze Geschichte gelesen haben, die Goethe schlicht "Novelle" genannt hat. Ein junger Fürst verlässt seine junge Gemahlin, um auf die Jagd zu gehen; in den Bergen eine verfallene Burgruine, ein Jahrmarkt im Städtchen; ein Ausritt; dann plötzlich ein Tiger, ein Löwe, und das sind noch nicht die größten Überraschungen, die die wenigen Seiten bieten. "Novelle" hat Goethe sie genannt, "denn was ist eine Novelle anderes als eine sich ereignete unerhörte Begebenheit?" Die "unerhörte Begebenheit" gehört zu den wichtigsten Merkmalen, die man von einer Novelle erwarten darf. Über viele andere Kriterien streitet sich die Germanistik bis heute. Denn die Erzählform, die weder schlicht Erzählung, noch großartig Roman sein will, hat seit der italienischen Frührenaissance immer wieder neue Ansätze und Höhepunkte des Erzählens hervorgebracht.

Moderation: Kristina Thiele
Redaktion:Andrea Bräu


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