Bayern 2

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Gesundheit und Zahlen | Bild: colourbox.com

Donnerstag, 02.08.2018
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Gesundheit und Statistik
Welchen Studien kann man trauen?

Das BIP
Die erstaunliche Geschichte einer Wirtschaftszahl

Das Kalenderblatt
2.8.1935
Heidedichter Löns mutmaßlich bestattet 
Von Justina Schreiber

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Gesundheit und Statistik - Welchen Studien kann man trauen?
Autorin: Aeneas Rooch / Regie: Sabine Kienhöfer
Mediziner erforschen in Studien, was gesund und was krank macht. Dabei verbergen sich hinter knackigen Überschriften und kurzen Zusammenfassungen komplizierte statistische Methoden, schließlich sollen bei den Studien aus wenigen konkreten Daten - Untersuchungen, Befragungen, Messungen … - verlässliche Rückschlüsse gezogen werden, die für möglichst viele Menschen gelten. Doch diese statistischen Methoden sind eine Wissenschaft für sich: Daten richtig zu erheben und seriös auszuwerten, ist kompliziert, und es lauern Fehler und Fallen, die es für Laien schwer machen zu beurteilen, ob eine Studie verlässlich oder zweifelhaft ist. Es gibt Zahlenwerte, die genau aussehen, es aber nicht sind, Prozentangaben, die in die Irre führen, schlecht erhobene Daten, falsch eingerechnete Randumstände, es gibt Missverständnisse und Irrtümer bei statistischen Konzepten… Welchen Studien kann man also trauen?

Das BIP - Die erstaunliche Geschichte einer Wirtschaftszahl
Autorin: Maike Brzoska / Regie: Sabine Kienhöfer
Das Bruttoinlandsprodukt, kurz BIP, hat eine beeindruckende Karriere gemacht. Eingeführt nach dem Zweiten Weltkrieg, ist es heute die wichtigste Kennziffer für den Wohlstand einer Volkswirtschaft. Dabei bildet sie nicht mal die gesamte Wertschöpfung ab - unentgeltliche Arbeit wie Pflege oder Erziehung sind nicht enthalten, weil nur Güter und Dienstleistungen in das BIP einfließen, die mit Preisen bewertet sind. Tatsächlich ist die Kennzahl schon seit ihrer Einführung umstritten. Selbst ihr Erfinder, Simon Kuznets, wehrte sich dagegen, Länder nur anhand des BIPs zu vergleichen. Kuznets war nach dem 2. Weltkrieg von den USA beauftragt worden, eine Kennzahl zu entwickeln. Die Amerikaner wollten wissen, wie hilfsbedürftig die Empfängerländer des Marshallplans waren. Im Kalten Krieg wurde das BIP dann populär, vor allem die CIA versuchte anhand des BIPs abzuschätzen, wie es um die sowjetische Wirtschaft steht. Seit einigen Jahren gibt es Versuche, die Kennzahl zu ersetzen oder zu verbessern. Denn dass ein steigendes BIP automatisch zu mehr Wohlstand führt, ist zunehmend umstritten. Aber eine Alternative konnte sich bislang nicht durchsetzen. Kann man das BIP überhaupt noch ersetzen? Oder ist es zu tief in unserer Gesellschaft verwurzelt?

Moderation:
Redaktion: Nicole Ruchlak

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