Bayern 2

     

radioWissen Tiere für die Medizin

Radnetzspinne im Labor | Bild: picture-alliance/dpa

Donnerstag, 13-7-2017
9:05 vorm. to 10:00 vorm.

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BAYERN 2

Nerven aus Spinnenseide
Wenn Neurologen Spinnen melken

Große Versuchstiere in der Forschung
Von Schweinehirnen und Schafsknochen

Das Kalenderblatt
13.7.1831
Geburt der Insel Ferdinandea
Von Xaver Frühbeis

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Nerven aus Spinnenseide - Wenn Neurologen Spinnen melken
Autorin und Regie: Yvonne Maier
Wenn Nerven verletzt oder gar durchtrennt werden, leidet ein Mensch darunter oft sein ganzes Leben lang. Zwar können Nervenenden theoretisch wieder zusammenwachsen - doch ohne Wegweiser beziehungsweise eine Art "Klettergerüst" finden sie nicht zueinander. Hände bleiben taub, Beine steif oder empfindungslos. Seit langem versuchen Mikrochirurgen, den lockeren Enden dabei zu helfen, ihren Weg zu finden - und an der Medizinischen Hochschule Hannover scheint man dabei jetzt eine erfolgreiche, wenn auch etwas ungewöhnliche Lösung gefunden zu haben: Spinnenseide. Die Fäden der goldenen Radnetzspinne Nephila hat schon die indigene Bevölkerung Polynesiens genutzt, um Fische zu fangen, so robust sind sie. Darüber hinaus sind sie im Körper abbaubar, eine perfekte Mischung also, um aus ihnen Kletterranken für kaputte Nervenendungen zu bauen. Mit einer speziellen Kurbelmaschine kann man bis zu 500 Meter Spinnenseide auf einmal "melken". Bisher sind die Spinnenseide-Ranken nur im Tierversuch getestet worden, das aber ziemlich erfolgreich.

Große Versuchstiere in der Forschung - Von Schweinehirnen und Schafsknochen
Autor: Hellmuth Nordwig / Regie: Frank Halbach
12.000 Schweine, 1.200 Pferde und Esel, 1.700 Schafe und 2.400 Hunde sind im Jahr 2015 in deutschen Labors getötet worden. Verglichen mit den Tieren, die als Kotelett, Hack oder Schnitzel auf unseren Tellern landen, ist das eine sehr kleine Zahl. Dennoch stellt sich die Frage: Wozu macht die Wissenschaft Versuche mit großen Tieren? Warum beschränkt sie sich nicht auf Mäuse und Ratten? Weil sich viele Fragen mit diesen Nagern nicht beantworten lassen, sagen Forscher. Sie verweisen zum Beispiel auf die Fortschritte in der Medizin: Ohne Versuche an Schafen gäbe es beispielsweise keine künstlichen Hüftgelenke. Den meisten Wissenschaftlern fällt es aber doch schwerer, einen Hund zu töten als eine Maus. Was zeigt: Emotional stehen ihnen große Versuchstiere näher als kleine. Doch aus ethischer Sicht besteht kein Unterschied.

Moderation: Iska Schreglmann
Redaktion: Nicole Ruchlak

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