Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Steine und viel mehr als Steine

Kreidefelsen von Rügen | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 03.01.2017
15:05 bis 16:00 Uhr

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BAYERN 2

Kreide
Wenn die Küste bröckelt

Marmor
Ein Stein für Helden, Heilige und Herrschaften

Das Kalenderblatt
3.1.1969
Der Kommissar ermittelt zum ersten Mal im ZDF
Von Thomas Grasberger

Als Podcast verfügbar

Kreide - Wenn die Küste bröckelt
Autor: Bernd-Uwe Gutknecht / Regie: Sabine Kienhöfer
Auch wenn noch nie ein König darauf saß: Der Königsstuhl ist berühmt und majestätisch! Ein strahlend weißer Felsen an der Steilküste der Insel Rügen, der aus Schreibkreide besteht! Wobei die Bezeichnung irreführend ist. Was wir aus der Schule als Schreib - oder Malkreide kennen, ist nicht aus Kreide, sondern aus Gips. Die Rügener Kreideküste ist - wie die Kreidevorkommen in anderen Regionen an der Ostsee - 70 Millionen Jahre alt. Damals lag der Meeresspiegel um Einiges höher, die heutige Inselwelt war deutlich unter dem Wasserspiegel. Am Meeresboden lagerten sich die kalkhaltigen Skelette gestorbener Lebewesen wie Krebsen, Seeigeln oder auch Muscheln ab. Dieser Kalkschlamm verdichtete sich zu Gestein, das in der folgenden Eiszeit von Gletschermassen zusammengepresst wurde. Das Ergebnis, die Kreide, wird bis heute in Bergwerken abgebaut und für verschiedene Industriezweige verwendet. Die Kreide von der Insel Rügen ist so rein, dass sie auch als Heilkreide in der Medizin und in der Wellness-Branche genutzt wird. Nur schreiben kann man auch damit nicht …

Marmor - Ein Stein für Helden, Heilige und Herrschaften
Autorin: Christiane Büld-Campetti / Regie: Sabine Kienhöfer
Marmor - seit der Antike begehrter Rohstoff für Kunstwerke und Prestigebauten und doch nur Kalziumkarbonat, das im Laufe der Erdgeschichte in großer Tiefe unter hohem Druck zusammengepresst wurde und sich bei extremen Temperaturen zu Kalkgestein kristallisierte. Das bekannteste Marmorabbaugebiet der Welt liegt in der Nähe des toskanischen Städtchens Carrara. Bereits die Römer hatten entdeckt, dass die Apuanischen Alpen von kilometerlangen Marmoradern durchzogen sind und ließen ihre Sklaven das edle Gestein in mühevoller Arbeit aus dem Berg brechen. Heute werden die Blöcke mit Laser und Diamanten aus dem Felsen geschnitten, gefährlich ist die Arbeit der Steinbrecher weiterhin. Berühmt wurde Marmor aus Carrara dann in der Renaissance, als Bildhauer wie Michelangelo und Bernini sich hier Material für ihre Kunstwerke holten, vorzugsweise den weißen Statuario. Bis heute nutzen Künstler diese edelste aller Marmorsorten. Die anderen Qualitäten werden in den Werkstätten in Carrara zu Wandfliesen und Bodenbelägen zerschnitten, zu Souvenirs verarbeitet und neuerdings zu Kalziumkarbonat zermahlen, ein begehrter Füllstoff für die Industrie. Gegen diese Verpulverisierung ihrer Berge regt sich mittlerweile der Widerstand der Bevölkerung.
Moderation: Christian Schuler
Redaktion: Petra Herrmann

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