Bayern 2

Zeit für Bayern Akustische Reisen durch Bayerns Regionen

Ferdinand Schreyer, Maronibrater | Bild: BR / Ulrich Zwack

Sonntag, 11.12.2016
12:05 bis 13:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Kleine Stadt, viele Rekorde - Leben in Ostheim vor der Rhön mit Deutschlands größter Kirchenburg
Von Norbert Steiche

Wandergewerbler, Seelenjäger und Hausierer
Ambulantes Gewerbe in Bayern
Von Ulrich Zwack

Als Podcast verfügbar

Kleine Stadt, viele Rekorde - Leben in Ostheim vor der Rhön mit Deutschlands größter Kirchenburg
Von Norbert Steiche

Ostheim vor der Rhön ist bekannt für seine beindruckende Kirchenburg, die mitten in der Stadt liegt. Mit einer Grundfläche von 75 mal 75 Metern ist sie die größte Deutschlands und ein Muss für jeden Besucher in der Gegend.
Doch Ostheim lebt nicht nur von seiner Kirchenburg. Obwohl hier, wie anderswo auch, traditionelle Handwerkszweige zusammengebrochen sind, ist in Ostheim der Erfindergeist lebendig. Hier werden die größten Segelflugzeuge der Welt gebaut und die kleinste Zeitung Deutschlands gedruckt. In einem Ostheimer Badezimmer entstand die Rezeptur des Trendgetränks "Bionade".
Die Ostheimerinnen und Ostheimer sind stolz auf ihre Stadt. Das ausgeprägte Wir-Gefühl, dem man ständig begegnet, erklärt sich auch aus der Geschichte: Bis 1972 war Ostheim eine thüringische Enklave unter bayerischer Verwaltung.
In seinem Feature für die "Zeit für Bayern" portraitiert Norbert Steiche die Kleinstadt Ostheim vor der Rhön und ihre Menschen.

Wandergewerbler, Seelenjäger und Hausierer
Ambulantes Gewerbe in Bayern
Von Ulrich Zwack

Früher war ein Leben ohne Wandergewerbler gar nicht vorstellbar. Teilweise bis weit ins 20. Jahrhundert kamen noch hunderte von ihnen zu Fuß mit Kraxe, Rucksack, Handkarre oder Bauchladen in unsere Breiten, um Südfrüchte, Stoffe, Holz- und Kurzwaren, Einheitsbrillen, Besen, Bürsten und alles Mögliche andere an die Frau oder den Mann zu bringen. Andere schliffen auf der Straße Messer und Scheren. Flickten Kessel, Töpfe und Pfannen. Lieferten bis zur Haus- oder Wohnungstür Kren, Kräutertees und Gewürze; Honig, Teppiche und Schmierseife; Wein, Staubsauger, fromme Erbauungsschriften und politische Flugblätter. Boten auf den Märkten Wunderarzneien feil. Als Lumpensammler oder Kleinschrotthändler diente so mancher auch dem, was man auf Neudeutsch Recycling nennt.

Das alles ist inzwischen weitgehend Vergangenheit. Aber es gibt immer noch Leute, die an die Haustüre kommen: Ulrich Zwack hat mit Verkäufern und Vertretern, Zeugen Jehovas und ein paar späten Epigonen echter Hausierer geredet. Unter anderem mit einem Kräutermann, der einst fränkische "Krenweibla" nach Augsburg oder München fuhr und mit Meerrettich, Gewürzen und Tees versorgte. Er ist inzwischen 75 Jahre alt und liefert immer noch frei Haus. Allerdings nicht mehr durch Krenweibla, sondern übers Internet. Denn längst haben Online-Shops die digitale Nachfolge der früheren Wandergewerbler angetreten.

Akustische Reisen durch Bayerns Regionen

Zeit für Bayern zeigt das Land im Herzen Europas in seiner ganzen Vielfalt. Eine unterhaltsame Heimatkunde für alle, ob alteingesessen oder neuzugezogen, ob aus Kempten oder Köln, Nürnberg oder Neapel, Berlin, Bagdad oder Berchtesgaden. Denn Heimat ist da, wo man sich kennt und auskennt. Zeit für Bayern bietet die Gelegenheit, die Landstriche und die Menschen Altbayerns, Frankens und Schwabens näher kennen zu lernen und neu zu erfahren - bayerisches Leben und bayerisches Lebensgefühl abseits aller Klischees.

"Zeit für Bayern" ... sollte jeder haben!