Bayern 2

radioWissen Köder für Konzerne

Donnerstag, 07.07.2016
09:05 bis 10:00 Uhr

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BAYERN 2

Wenn ein Land um Konzerne buhlt
Polens Sonderwirtschaftszonen

Studiogast:
Prof. Philipp Genschel, Politikwissenschaftler am European University Institute in Florenz

Das Kalenderblatt
7.7.1843
Dampfschifffahrt auf dem Chiemsee erlaubt
Von Regina Fanderl

Als Podcast verfügbar

Wenn ein Land um Konzerne buhlt - Polens Sonderwirtschaftszonen
Autoren: Maike Brzoska und Katharina Zabrzynski / Regie: Sabine Kienhöfer
Wer in Polen unterwegs ist, stößt früher oder später auf eine Sonderwirtschaftszone. Auf der grünen Wiese tauchen plötzlich riesige Hallen auf, in denen internationale Unternehmen, wie BASF, Henkel oder Toyota produzieren. Die Konzerne genießen in solchen Zonen großzügige Steuererleichterungen und eine firmenfreundliche Infrastruktur. Polen will auf diese Weise Investoren ins Land holen, konkurriert dabei allerdings mit anderen Staaten Mittel- und Osteuropas, etwa Tschechien oder Ungarn. Die Staaten überbieten sich deshalb mit Zugeständnissen an die Firmen. In Polen haben sich die Sonderwirtschaftszonen deswegen zeitlich und geografisch immer weiter ausgebreitet. Gleichzeitig haben sich die Arbeitsbedingungen im Land verschlechtert, vor allem für die unteren Lohngruppen. Bereits mit der Einrichtung der ersten Zonen in den 90ern sind die Rechte von Arbeitern und Gewerkschaftern stark beschnitten worden. Seitdem haben auch Leih- und Zeitarbeit stark zugenommen. Heute ist ein Drittel der polnischen Arbeitnehmer nur kurzzeitig beschäftigt, in der jüngeren Generation sind es sogar zwei Drittel. In Polen hat sich für diese Art der Beschäftigung der Begriff "Müllverträge" eingebürgert.
Moderation: Iska Schreglmann
Redaktion: Nicole Ruchlak

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