Bayern 2

radioWissen Der lange Weg zur Gleichberechtigung der Frauen

Frauenrechtlerin Hedwig Dohm | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 09.05.2016
09:05 bis 10:00 Uhr

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BAYERN 2

Auf dem Weg in die Emanzipation
Frauenrechte in BRD und DDR

Das Frauenstimmrecht
Der erste Schritt zur Gleichberechtigung

Das Kalenderblatt
9.5.1901
Münchner Volksbad eröffnet
Von Brigitte Kohn

Als Podcast verfügbar

Auf dem Weg in die Emanzipation - Frauenrechte in BRD und DDR
Autorin: Ulrike Beck / Regie: Sabine Kienhöfer
"Als Sozialdemokratin freut es mich, dass es eine sozialdemokratische Regierung war, die die deutschen Frauen von ihrer politischen Unmündigkeit befreit hat." Marie Juchacz am 19.Februar 1919 in der Weimarer Nationalversammlung. Die Politikerin ist die erste Frau, die eine Parlamentsrede in Deutschland hält. Sie ist - wie so viele - der Überzeugung, in einer Ära der "emanzipierten Frau" angekommen zu sein. Juchacz kann nicht ahnen, dass nur 14 Jahre später die Nationalsozialisten die Rechte der Frauen drastisch einschränken werden. Sie kann ebenfalls nicht ahnen, dass Deutschland in zwei Staaten geteilt wird und dass es in der BRD bis 1968 dauern wird, bis eine neue Frauenbewegung gegen nach wie vor bestehende Ungleichbehandlungen laut wird. Während in der DDR sich der Alltag für Frauen ganz anders entwickelt. Frauen sind dort von Anfang an als Arbeitskräfte gewünscht und können auf ausreichende Betreuungseinrichtungen für ihre Kinder zurückgreifen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird für sie zur Selbstverständlichkeit. Ab 1972 haben sie das Recht auf einen straffreien Schwangerschaftsabbruch, das ihnen mit der Wiedervereinigung wieder genommen wird. Trotz riesiger Fortschritte ist die Geschichte der Emanzipation von der staatsbürgerlichen Gleichberechtigung bis heute noch nicht abgeschlossen. Es warten immer neue Herausforderungen, die zu bewältigen sind.

Das Frauenstimmrecht - Der erste Schritt zur Gleichberechtigung
Autorin: Gerda Kuhn / Regie: Sabine Kienhöfer
Was heute selbstverständlich ist - dass zumindest auf dem Papier Frauen dieselben Rechte haben wie Männer - sah vor rund 100 Jahren noch ganz anders aus. Damals, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, durften Frauen zwar eine politische Meinung haben, aber Politik gestalten durften sie nicht. Die erste politisch orientierte deutsche Frauenzeitung war immerhin schon im April 1849 von der Journalistin Louise Otto Peters gegründet worden. 1873 verlangte Hedwig Dohm als erste Frau in Deutschland das Frauenwahlrecht. Doch es sollten noch einige Jahrzehnte vergehen, bis diese Forderung erfüllt war. Immerhin nahmen sie die Sozialdemokraten 1891 als erste deutsche Partei in ihr Programm auf. Und auch die bürgerliche Frauenbewegung zog um die Jahrhundertwende nach: 1902 gründeten Anita Augspurg und Lida Gustava Heymann den "Deutschen Verein für Frauenstimmrecht". Für sozialistische Politikerinnen wie Clara Zetkin war klar, dass Frauen nicht nur das Recht auf Bildung und Erwerbstätigkeit zustand, sondern auch das Wahlrecht. Doch der Durchbruch gelang erst nach dem Ende des Ersten Weltkrieges: 1918 erhielten die deutschen Frauen das passive und aktive Wahlrecht. Mit der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919 konnten sie dann erstmals von diesem Recht Gebrauch machen.

Moderation: Florian Kummert
Redaktion: Thomas Morawetz

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