Bayern 2

radioWissen Die sieben Tabus der katholischen Kirche

Die Todsünde der Völlerei | Bild: picture-alliance/dpa

Mittwoch, 08.01.2014
09:05 bis 10:00 Uhr

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BAYERN 2

Die sieben Todsünden
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Die Völlerei
Das große Fressen
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Das Kalenderblatt
8.1.1986
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Stolz, Neid, Zorn, Habsucht, Trägheit, Völlerei, Wollust - heute heißen die Todsünden vielleicht Hass, Rücksichtslosigkeit, Intoleranz, soziale Gleichgültigkeit. Die Hoffärtigen und Geizigen des 21. Jahrhunderts scheren sich nicht um Welthandelsstrukturen und provozieren mit Autoaufklebern, auf denen sie verkünden: "Eure Armut kotzt mich an!" Die Habsüchtigen sitzen in den Vorstandsetagen der Banken und Konzerne und verlangen immer fettere Aufwandsentschädigungen und Abfindungen. Aber immer noch stirbt der Mensch an Lieblosigkeit und Beziehungslosigkeit, an Sinnarmut und innerer Leere. Die 'Todsünden' stehen für die Entfremdung des Menschen von Gott, von sich selbst, von den anderen. Erfunden haben den Sündenkanon ägyptische Wüstenmönche der christlichen Frühzeit. Die Völlerei wurde dabei als "Mutter der Wollust" gesehen, die weitere Ausschweifungen nach sich ziehe. Während der Renaissance und in späteren Jahrhunderten schwor man der Askese ab: Die üppig gedeckte Tafel war ein Zeichen von Wohlstand und Erfolg und üppige Frauenkörper galten als schön. Heutzutage werden die großen Fresser wieder gestraft. Im Zeitalter von Diäten und Schlankheits-Wahn erleben die Dicken ihre Hölle gleich auf Erden, verstößt der übermäßige Genuss von Essen und Trinken doch gegen gesundheitspolitische Standards und Schönheits-Ideale.

Redaktion: Bernhard Kastner
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