Bayern 2

radioWissen Zwischen Glaube und Aberglaube

Aberglaube | Bild: picture-alliance/dpa

Mittwoch, 04.07.2012
09:05 bis 10:00 Uhr

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BAYERN 2

Die Magie
Wenn der Glaube Berge versetzt

Der Kreuzzug gegen die Katharer
"Tötet sie alle!"

Das Kalenderblatt
4.7.1960
Meuterei im Kongo
Ausgewählte Beiträge als Podcast verfügbar

Die Magie - Wenn der Glaube Berge versetzt
von Martin Trauner
Krötenschleim, Kerzenwachs und Kristallsteine: Die Magie schöpft seit Menschengedenken aus einem nie zur Neige gehenden Zauberkessel, reich angefüllt mit Techniken und Sprüchen. Berauscht von der magischen Mixtur gelangt der Suchende in eine 'Anderswelt'. Mal ganz banal, um seinem Chef ein paar Warzen herbei zu wünschen oder final, um den lapis philosophorum, den Stein der Weisen zu finden. Meist aber will man doch nur dem Alltag entsteigen, um in der 'Anderswelt', wenn schon keinen Einblick in die Zukunft, so doch zumindest Kontakt mit dem großen außersinnlichen Netzwerk zu erhalten.

Der Kreuzzug gegen die Katharer - "Tötet sie alle!"
von Ulrich Trebbin
Die Schrecken der Inquisition sind uns vor allem aus dem Spanien des 15. bis 17. Jahrhunderts bekannt. Ihre Ursprünge liegen jedoch im Krieg gegen die Katharer, einem Kreuzzug, der nicht nach Palästina führte sondern nach Südfrankreich. Im 12. Jahrhundert fühlte sich die römische Kirche von zahlreichen religiösen Lehren bedroht, die in ganz Europa aufblühten: Waldenser, Katharer oder Humiliaten zogen als Wanderprediger durch die Lande und brachten beträchtliche Teile der Bevölkerung hinter sich. Deshalb rief Papst Innozenz III. 1209 gegen die Katharer zum Kreuzzug auf. Als das nicht ausreichte, etablierte die Kirche das Inquisitionsverfahren. Sie sandte Dominikanermönche als päpstliche Sonderbeauftragte aus. Die befragten die mutmaßlichen Ketzer ("Katharer") auch unter Folter. Mithilfe der weltlichen Mächte übergab man die Verurteilten dann dem Feuer oder schnitt ihnen die Zunge heraus. Als die Kreuzzügler Béziers eingenommen hatten und nicht wussten, wie sie mit der Bevölkerung verfahren sollten, soll der zisterziensische Abt und geistige Kopf des Kreuzzuges, Arnold Amaury, gesagt haben: "Tötet sie alle, Gott wird die seinen schon erkennen." Noch heute zeugen die gut erhaltenen Katharerburgen von Montségur, Peyrepertuse oder Quéribus von dieser grausamen und bewegten Zeit.

Redaktion: Bernhard Kastner
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