Bayern 2

     

radioWissen Rätselhafte Metaphysik

Parmenides  | Bild: picture alliance / Bianchetti/Leemage | ©Bianchetti/Leemage

Mittwoch, 10.05.2023
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Parmenides
Der Vater der Philosophie

Metaphysik
Lebenselixier oder Spinnerei?

Das Kalenderblatt
10.5.1893
In Bonn wird das Beethoven-Haus eröffnet
Von Frank Halbach

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Parmenides - der Vater der Philosophie
Autor: Fabian Mader / Regie: Kirsten Böttcher
Parmenides überlieferte Textfragmente füllen nur ein paar DIN A4 Seiten. Dennoch ziehen diese wenigen Zeilen seit 2.500 Jahren die größten Denker der Menschheitsgeschichte in ihren Bann. Für Friedrich Nitzsche etwa hatte Parmenides "einmal einen Moment der allerreinsten, durch jede Wirklichkeit ungetrübten und völlig blutlosen Abstraktion".
Als einer der ersten zieht Parmenides einen radikalen Schluss: Die Welt, wie sie sich den Menschen präsentiert, ist eine Lüge. Bloßer Schein. Auf die Sinne ist kein Verlass. Wirkliches Erkennen ist nur mit der Vernunft, als denkender Mensch möglich. Es kommt darauf an, die Wahrheit hinter der Lüge zu erkennen. Sein philosophisches Programm wirkte über die Jahrtausende. Platon bezeichnete Parmenides als seinen geistigen Vater. Denker wie Friedrich Hegel, Martin Heidegger und Karl Popper unternehmen immer neue Versuche, seinem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Heidegger etwa zitiert in seinem Werk mehrfach eine Stelle aus Parmenides Fragmenten, die er sinngemäß so übersetzt: Denken und Sein sind dasselbe. Für Heidegger und Hegel und andere Denker der Metaphysik die entscheidende Stelle im Werk des Parmenides. Sie beschreibt eines der zentralen Projekte der Philosophie - nämlich mehr über die Frage herauszufinden, wie Denken und Sein zusammenhängen und ob und wie die Grundbegriffe unserer Vernunft die Wirklichkeit, wie wir sie kennen, formen.

Metaphysik - Lebenselixier oder Spinnerei?
Autor: Michael Conradt / Regie: Martin Trauner
Ist die Welt, die wir erleben, schon alles, oder gibt es noch etwas dahinter, etwas Jenseitiges, Geistiges, Großes und womöglich Besseres? Diese Frage, welche die Menschen von je her beschäftigt, ist der Ursprung aller Religionen und auch der Metaphysik, einer Kerndisziplin der Philosophie. Spätestens seit Platon versuchen Philosophen, durch bloßes Nachdenken herauszufinden, ob es dieses Jenseitige gibt, wie es beschaffen ist und was es für uns bedeutet. Die Metaphysik will Antworten geben auf die Fragen nach Gott, nach der Freiheit, nach Unsterblichkeit und nach Sinn, letztlich nach all dem, was wir nicht sinnlich wahrnehmen können, aber doch für wirklich halten. Begleitet wird sie dabei jedoch von dem skeptischen Zweifel, ob wir diesbezüglich überhaupt etwas wissen können, oder ob es sich letztlich um pure Spekulationen handelt, ohne wirklichen Erkenntniswert. Was also ist Metaphysik: Lebenselixier oder Spinnerei? Der Beitrag nennt Stationen der metaphysischen Tradition und versucht eine Statusbestimmung.
Erstsendung 25. Juli 2012

Moderation: Florian Kummert
Redaktion: Bernhard Kastner

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