Bayern 2

     

radioWissen Tiere als Hoffnungsträger der Medizin

Ein weißer Axolotl. | Bild: picture alliance / Hippocampus-Bildarchiv | Frank Teigler

Freitag, 30-9-2022
9:05 vorm. to 10:00 vorm.

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BAYERN 2

Der Nacktmull
Wenn es auf die inneren Werte ankommt

Der Axolotl
Ein Leben im Larvenstadium

Das Kalenderblatt
30.9.1861
Urvogel Archaeopteryx beschrieben
Von Katharina Hübel

Diese Sendung hören Sie auch in der BR Radio App bei Bayern 2 und ist als Podcast verfügbar.

Der Nacktmull - Wenn es auf die inneren Werte ankommt
Von Bernhard Kastner / Regie: Eva Demmelhuber
Er ist unglaublich hässlich - und unglaublich interessant: der Nacktmull. Das kleine, komplett nackte Nagetier mit den vorstehenden Zähnen und der faltigen Haut, lebt in Kolonien bis zu 300 Tieren in Afrika. Eine straffe Organisation, wie man sie sonst nur bei Insektenvölkern kennt, durchzieht das Leben eines Nacktmulls. An der Spitze des Nacktmull-Staates steht die Königin, die zusammen mit ihrem Pascha sämtliche Nachkommen der Gruppe zeugt. Die restlichen Tiere sind in der Kinderaufzucht tätig, arbeiten als Bauarbeiter an der Erweiterung der weitverzweigten unterirdischen Baue, oder stellen sich als Soldaten mutig gegen mögliche Eindringlinge. Dabei herrscht ein rauer Umgangston, gerade die Königin ist immer wieder in blutige Kämpfe mit Rivalinnen verwickelt, die ihren Thron besetzen wollen. Doch nicht nur ihr auffallendes Sozialleben fasziniert die Wissenschaft, Nacktmulle sind gerade für die Medizin hochinteressante Forschungsobjekte. Denn die Tiere werden für Nager unglaublich alt, sie sind nahezu schmerzunempfindlich und sie haben ein extrem gut funktionierendes Immunsystem, das sie gegen vielerlei Gifte und Krankheiten immun macht. Doch das für die Forschung wohl interessanteste Geheimnis ist: Nacktmulle bekommen niemals Krebs.
Erstsendung 6. Oktober 2017

Der Axolotl - ein Leben im Larvenstadium
Autorin: Isabel Pogner / Regie: Eva Demmelhuber
Der kleine Wasserdrache hält einige Rekorde: Der Axolotl ist das erste nicht heimische Aquarien-Haustier, das älteste Labortier und das Tier mit dem größten, erforschten Genom. Ein Axolotl-Gen ist zehnmal so groß wie das eines Menschen. Dank ihrer Gene können Axolotl verletztes Gewebe nachbilden. Sogar Teile von Gehirn, Rückenmark und Herz. Forscher arbeiten auf Hochtouren, um herauszufinden, wie man diese Fähigkeit in der Medizin einsetzen kann. Allerdings war dies nicht das Erste, was die Forscher von den kleinen Molchen wissen wollten. Denn der Axolotl sieht aus wie eine überdimensionale Kaulquappe. Im 19. Jahrhundert fragten sich die Forscher deshalb: Ist das eine Larve oder ein erwachsenes Tier? Die Antwort: Irgendetwas dazwischen. Die Entwicklung dieser Tiere stoppt in der Metamorphose. Nur etwa jedes tausendste Tier wird erwachsen. Wahrscheinlich entwickelten die Molche diese Peter Pan-Strategie, um zu überleben. Denn zu Dinosaurier-Zeiten gingen die Axolotl noch an Land. Nach der Eiszeit trocknete dann aber Mexiko, die Heimat der Axolotl aus. Die Molche blieben kurzerhand unter Wasser, um ihre schleimige Hautschicht vorm Austrocknen zu bewahren. Die Natur hat sich also einiges einfallen lassen, um die Wassermonster bis in die Gegenwart überleben zu lassen. Jetzt kann der Axolotl vielleicht der Wissenschaft helfen, sich etwas gegen Krankheit und Altersbeschwerden der Menschen einfallen zu lassen.
Erstsendung 5. April 2019

Moderation: Birgit Magiera
Redaktion: Berhard Kastner

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