Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Die Wiener Werkstätte und Gustav Klimt

Das Bildnis Adele Bloch-Bauer I von Gustav Klimt, auch „Goldene Adele“ genannt | Bild: picture alliance / Bildagentur-online/UIG | Bildagentur-online/UIG

Dienstag, 19-7-2022
3:05 PM to 4:00 PM

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Die Wiener Werkstätte und die Frauen
Textildesign, Mode und Keramik

Gustav Klimt
Der Wiener Maler und der Kuss

Das Kalenderblatt
19.7.1937
Quappi und Max Beckmann verlassen Deutschland
Von Simon Demmelhuber

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Die Wiener Werkstätte und die Frauen - Textildesign, Mode und Keramik
Autorin: Justina Schreiber / Regie: Irene Schuck
Die 1903 gegründete "Wiener Werkstätte" ist mit den Namen der beiden Jugendstil-Künstler Joseph Hoffmann und Koloman Moser eng verknüpft. Doch für das außergewöhnliche Unternehmen, das fast 30 Jahre lang kunsthandwerkliche Gebrauchsgegenstände und Mode herstellte, arbeiteten auch viele Frauen als Designerinnen. Sie bemalten Ostereier oder fädelten in Heimarbeit Perlenketten auf. Die beiden Chef-Designer zogen schon früh begabte Schülerinnen von der Staatlichen Kunstgewerbeschule in Wien hinzu, sobald es um "typisch weibliche" Bereiche wie Stoffmuster, Kinderspielzeug oder Mode ging. Mit dem Ersten Weltkrieg begann dann die große Zeit der Frauen. Denn in der 1916 eröffneten Künstlerwerkstätte der WW fehlten die männlichen Entwerfer. Die Dekors wurden nun blumiger, die Farben leuchtender, die Formen beschwingter. Vor allem in der Keramik fanden die Künstlerinnen zu ganz eigenen, freien Ausdrucksformen. Die meisten von ihnen gerieten mit dem Konkurs der Firma 1932 allerdings in Vergessenheit. Vielleicht trug ja der laute, zeitgenössische Spott über das "Wiener Weiberkunstgewerbe" dazu bei.

Gustav Klimt - der Wiener Maler und der Kuss
Autorin: Katalin Fischer / Regie: Martin Trauner
Mit Sechsundzwanzig ist er schon ein Star. Und malt am liebsten Frauen - schöne, verführerische, unschuldige, nackte und verdeckte, aber immer erotisch strahlende Frauen. Auf seinen Bildern umgibt er sie mit Gold und Ornamenten, die sich wie florale Naturmotive und japanische Farbholzschnitte ausnehmen. Und alle reißen sich um ihn! Seine Bilder kosten soviel, wie eine halbe Villa, und Klimt läßt sich oft ein ganzes Jahr Zeit damit. Mit Malerkollegen begründet er die Wiener Secession, bemalt das Kunsthistorische Museum und das Burgtheater in Wien, der Kaiser ehrt ihn dafür persönlich mit einer Medaille. Sein Ruhm wächst auch im Ausland, im Paris erhält er den Grand Prix der Weltausstellung. Und er löst Skandale aus - ob wegen der zahlreichen Geliebten, die sich oft nackt in seinem Atelier tummeln, oder der allzu kritischen Bilder, mit denen er die ehrwürdigen Wände der Universität "verunstalten" will. Gustav Klimt, der widersprüchlichste, animalischste, seltsamste, auf jeden Fall aber größte Maler des Wiener Jugendstils.
Erstsendung 6. Februar 2018

Moderation: Christian Schuler
Redaktion: Susanne Poelchau

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