Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Homosexualität und Trans*menschen

Menschen auf einer Demonstration für Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben. | Bild: stock.adobe.com

Montag, 16.05.2022
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

LGBTIQ
Eine Bewegung und ihre Geschichte

Trans*menschen und die Medizin
Forschung und Vorurteil

Das Kalenderblatt
16.5.1960
Theodore Maiman entdeckt den Laser
Von Hellmuth Nordwig

Diese Sendung hören Sie auch in der BR Radio App und ist als Podcast verfügbar.

LGBTIQ+ - eine Bewegung und ihre Geschichte
Autorin: Karin Becker / Regie: Anja Scheifinger
LGBTIQ+, oder auf deutsch LSBTIQ+ - eine sperrige Abkürzung, die eine große Vielfalt zusammenfassen soll: Lesben und Schwule, Bisexuelle, Transgender-Leute und Inter*Personen. Was diese Menschen vereint: Sie weichen hinsichtlich ihres sexuellen Begehrens oder ihrer Geschlechtsidentität von der gesellschaftlich gesetzten Norm ab, daher auch die Selbstbezeichnung "queer", also "sonderbar".
Am 29. April 1972 fand in Münster die erste deutsche queere Demo statt - Zeichen, dass im queeren Deutschland eine neue Zeit angebrochen war. Denn auch wenn es LGBTIQ+ schon immer gegeben hat: Erst im letzten Jahrhundert haben sie schrittweise aufgehört, sich zu verstecken. So taten sich in der DDR ab den 1980er Jahren Homosexuelle etwa in kirchlichen Arbeitskreisen zusammen, bis daraus eine landesweite Bewegung entstanden war. Der Christopher Street Day, den die Gruppierungen der queeren Community gemeinsam feiern, fand in Deutschland erstmals im Jahr 1979 statt - damals wurden am Rande des Straßenumzugs in Bremen Rosen an Polizisten verteilt. Die Krankheit Aids brachte in den 1980er Jahren Tod und Schrecken in die Community - aber gleichzeitig auch eine größere öffentliche Sichtbarkeit.

Trans*menschen und die Medizin - Forschung und Vorurteil
Autorin: Elsbeth Bräuer / Regie: Rainer Schaller
Trans*menschen galten lange als krank, ohne krank zu sein. Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie schwierig das Verhältnis zur Medizin war. Einerseits unterstützten und beschützten Ärzte ihre Patienten und Patientinnen. Fortschritte in der Forschung - etwa zu Hormonen oder geschlechtsangleichenden Operationen - halfen diesen dabei, die eigene Identität auch nach außen hin zu leben. Andererseits war die Medizin selbst lange Zeit von Vorurteilen und falschen Vorstellungen geprägt. So beschrieben Ärzte Trans*menschen häufig als pervers oder instabil oder setzten sie mit Homosexuellen gleich. Als "Gatekeeper" des Gesundheitssystems brachten Ärzte Trans*menschen auch unter ihre Kontrolle und in eine Abhängigkeit. Bis heute gibt es immer wieder Diskriminierung im Gesundheitswesen. Doch das Bild hat sich stark gewandelt: Trans* zu sein, das ist mittlerweile bekannt, ist keine Krankheit - sondern eine Identität.

Moderation: Birgit Magiera
Redaktion: Matthias Eggert

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