Bayern 2

     

radioWissen am Nachmittag Die Zukunft der Meeresfischerei

Fischfarm in Montenegro | Bild: picture-alliance/dpa

Donnerstag, 23.12.2021
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Der Thunfisch
Der bedrohte Jäger der Meere

Aquakultur
Tierzucht in Wasserfarmen

Das Kalenderblatt
23.12.1880
Billy the Kid wird festgenommen
Von Thomas Grasberger

Diese Sendung hören Sie auch in der BR Radio App und ist als Podcast verfügbar.

Der Thunfisch - der bedrohte Jäger der Meere
Autor: Marko Pauli/ Regie:
Die meisten Menschen wissen nicht mal wie sie aussehen, kennen sie nur aus runden Dosen, als Fleisch mit markantem Geruch. Doch Thunfische sind edle Jäger, die "Tiger des Ozeans", sie sind intelligent, rasen in hoher Geschwindigkeit und gemeinsam jagend durch die Meere, können sehr groß werden und an die 100 Kilogramm schwer. Durch die Markierung von Tieren konnte nun mehr über das kaum bekannte Verhalten der Thunfische herausgefunden werden. Der größte Feind ist natürlich der Mensch, der mit seinen zerstörerischen Fangmethoden dafür sorgt, dass Thunfische mittlerweile seltene und gefährdete Meeresbewohner sind. Das Fleisch mancher Arten wird so teuer gehandelt, dass auf eine schonendere Jagd kaum zu hoffen ist. Der Mensch gefährdet sie außerdem durch Mikroplastik, das die Tiere ungewollt konsumieren und durch den Klimawandel, der dafür sorgt, dass Thun- und andere Fische in andere Zonen der Ozeane flüchten müssen. Wie könnte ein internationales Thunfisch-Management aussehen, durch das Arten gerettet werden? Und kann Thunfisch in Dosen nachhaltig sein?

Aquakultur - Tierzucht in Wasserfarmen
Atuor: Lukas Grasberger/ Regie: Martin Trauer
Aquakultur gilt als Alternative zur Überfischung der Weltmeere - und könnte nach Ansicht ihrer Fürsprecher einen wichtigen Beitrag zur Welternährung liefern. Die industrielle Fischzucht birgt indes etliche Tücken: Die Haltung zu vieler Tiere in zu engen Käfigen zu Krankheiten und in Folge zu einer fragwürdigen Behandlung mit Antibiotika. Unmengen an Kot und Futterrückständen schädigen Fauna wie Flora im Umkreis von Zuchtanlagen. Selbst die gesetzlich strenger regulierte und daher "sanftere" Aquakultur in Europa ist oft alles andere als nachhaltig: Um ein Kilo Zuchtlachs zu erzeugen, müssen mehrere Kilo an Fischmehl zugefüttert werden - Futter, das oft aus dem Fang kleiner Fische gewonnen wird, was die maritimen Ressourcen massiv belastet. Doch Wissenschaftler und Unternehmer tüfteln an Alternativen: An Land setzen einige Betreiber bereits auf so genannte Kreislaufanlagen, in denen das Wasser der Zuchtbassins aufwändig durch Filter gereinigt und dann erneut in die Becken geleitet wird. Noch in den Kinderschuhen steckt das Projekt eines so genannten Nährstoffaufzugs auf offenem Meer, mit dem Kieler Wissenschaftler so genannte "ozeanische Wüsten" beleben - und für eine nachhaltige Fischerei nutzbar machen wollen.
BR 2019

Moderation: Yvonne Maier
Redaktion: Bernhard Kastner

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