Bayern 2

radioWissen Irmgard Keun und Frida Kahlo

Frida Kahlo | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 3-8-2021
9:05 AM to 10:00 AM

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Irmgard Keun
Das literarische Fräuleinwunder

Frida Kahlo
Gemalter Schmerz

Das Kalenderblatt
3.8.2012
Gaby empfängt eine Botschaft vom Hundsstern Sirius A
Von Simon Demmelhuber
Als Podcast und in der neuen Bayern 2 App verfügbar

Irmgard Keun - das literarische Fräuleinwunder
Autorin: Justina Schreiber / Regie: Petra Herrmann
Sie gab dem Heer der Stenotypistinnen in der späten Weimarer Republik eine Stimme. Irmgard Keuns Romane "Gilgi - eine von uns" (1931) und "Das kunstseidene Mädchen" (1932) erzählten von den Sehnsüchten moderner Großstadt-Heldinnen. Mit dem Typus der schlagfertigen, etwas naiven Sekretärin traf die junge Autorin, die selbst im Büro gearbeitet hatte, den Nerv der Zeit. In ihrer witzigen Rollenprosa spiegelten sich Einflüsse von Film und Schlager. Weiblicher Anstand sah anders aus! Die Nationalsozialisten erklärten die Bücher zur "Asphaltliteratur mit antideutscher Tendenz". Keun ging ins Exil und schrieb den zeitkritischen Roman "Nach Mitternacht". Obwohl sich nach dem Zweiten Weltkrieg Rundfunkanstalten und Verleger um sie bemühten, gelang es ihr nicht mehr, an die frühen Erfolge anzuknüpfen. Die Schriftstellerin litt an schwerer Alkoholsucht. Aber kurz bevor sie 1982 starb, konnte Irmgard Keun erleben, wie die feministische Literaturkritik ihre Werke wiederentdeckte.
Erstsendung: BR 2018

Frida Kahlo - gemalter Schmerz
Autorin: Julia Devlin / Regie: Irene Schuck
Frida Kahlos Krankenakte wäre eine beeindruckende Liste von Leiden: Spina bifida, Polio, ein horrender Unfall mit multiplen Knochenbrüchen und inneren Verletzungen, mehr als dreißig Operationen, Fehlgeburten, Abtreibungen, unerfüllter Kinderwunsch, Alkohol- und Tabaksucht, Amputation, Suizidversuch und früher Tod mit nur 47 Jahren. Aber nichts konnte ihren Willen brechen, ihr Leben trotz aller Widrigkeiten voll auszuschöpfen. Eines der Mittel, ihr Leid zu überwinden, war die Malerei. Frida war Autodidaktin, brachte sich das Malen auf dem Krankenbett selber bei und gab ihrem Leben dadurch einen neuen Sinn, nachdem ein Unfall ihre Hoffnungen auf ein Medizinstudium zunichte gemacht hatte. Ihre Bilder spiegeln aber nicht nur ihre Trauer und ihren Schmerz, sondern auch ihre subtile, an Freud geschulte psychologische Beobachtungsgabe und vor allem ihre unbändige Lebensfreude, ihre alegría. Und so schrieb sie noch als Sterbende auf ihr letztes Gemälde, ein Stillleben mit Wassermelonen: "Viva la Vida".
Erstsendung: BR 2016

Moderation: Christian Schuler
Redaktion: Nicole Ruchlak

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