Bayern 2

     

radioWissen Von der Sehnsucht nach Frieden und Freiheit

Kang Youwei | Bild: picture-alliance/dpa

Mittwoch, 07.07.2021
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Der Traum vom Weltfrieden
Der chinesische Utopist Kang Youwei

Utopien der Freiheit
Tu, was du willst!?

Das Kalenderblatt
7.7.2001
Erster Peoplemover eingeweiht
Von Hellmuth Nordwig
Als Podcast und in der neuen Bayern 2 App verfügbar

Der Traum vom Weltfrieden - der chinesische Utopist Kang Youwei
Autor: Thomas Grasberger / Regie: Sabine Kienhöfer
Wer von Aufklärung spricht, denkt meist an europäische Philosophen. Der Name Kang Youwei taucht hingegen nur selten auf, zumindest im Westen. Dabei zählt dieser Denker zu den großen intellektuellen Gestalten der jüngeren chinesischen Geistesgeschichte. Kang widmete sich nicht nur der Reform des Konfuzianismus, sondern verfasste zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch eine Utopie von der "großen Gemeinschaft". Einen Weg zum Weltfrieden wollte er damit weisen, Schritt für Schritt, wie in einer Art Gebrauchsanweisung: Wie können die Grenzen von Nationen, Rassen, Geschlechtern und Hierarchien überwunden werden? Kangs Fernziel ist zweifelsohne ambitioniert: Eine Weltgemeinschaft in Frieden, ohne Staatsgrenzen und ohne Rüstung, mit gleichen Rechten für alle, egal welcher Herkunft oder Hautfarbe, egal ob Mann oder Frau, ob hetero- oder homosexuell. Und ökologisches Denken war Kang Youwei, der gelegentlich als der "Martin Luther Chinas" bezeichnet wird, ebenfalls nicht fremd. Er war Vegetarier.

Utopien der Freiheit - tu, was du willst!?
Autor: Rolf Cantzen / Regie: Irene Schuck
"Die Natur hat weder Knecht noch Herrn geschaffen. "Oder: "Tu, was du willst!" - Auf dieser Basis illustrieren freiheitliche Autoren ihre Utopien. Keine Ausbeutung, freie Sexualität, Gleichheit der Geschlechter, keine Chefs, keine Priester, kein Staat - diese und andere Grundsätze kennzeichnet eine Tradition von Utopien, die sich deutlich von autoritären Staatsutopien absetzen. Freiheitsutopien kennen keine starren Regelungen und Gesetze. Wenige Grundsätze und Ideale regeln das Zusammenleben und immer besteht die Möglichkeit für den Einzelnen, sich der Gemeinschaft zu entziehen. Im Mittelpunkt steht die Freiheit des Einzelnen, nicht das übergeordnete Wohl der Gemeinschaft. Bereits in der Renaissance und in der Aufklärung beginnt diese wenig beachtete Utopietradition. Im 19. Jahrhundert entsteht im Umfeld des Anarchismus die Utopie "Kunde von Nirgendwo" von William Morris. Hier wird eine ökologische und kommunistische Gesellschaft entworfen, in der sich der Einzelne frei entfalten kann. Im 20. Jahrhundert setzt sich diese Traditionslinie fort - zum Beispiel in Ursula Le Guins Roman "Planet der Habenichtse". Hier wird keine perfekte Welt geschildert, aber eine Welt, in der die Menschen sich ihre Freiheit bewahrt haben.
Erstsendung: BR 2017

Moderation: Gabi Gerlach
Redaktion: Bernhard Kastner

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