Bayern 2

radioWissen Milliardentribunale und Friedrich Hayek

Friedrich Hayek | Bild: picture-alliance/dpa

Donnerstag, 10.06.2021
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Sonderrechte für Konzerne?
Internationale Schiedsgerichte

Friedrich Hayek
Wirtschaftsliberaler Nobelpreisträger

Das Kalenderblatt
10.06.2008
Stararchitekt Foster baut Haus für Elefanten
Von Prisca Straub
Als Podcast und in der neuen Bayern 2 App verfügbar

Sonderrechte für Konzerne? Internationale Schiedsgerichte
Autor: Thomas Kruchem / Regie: Sabine Kienhöfer
Auf der Basis von Handelsabkommen dürfen Investoren Gastgeberstaaten vor internationalen Tribunalen verklagen. Dies soll Investoren Rechtssicherheit garantieren. Tatsächlich klagen meist große Konzerne gegen oft arme Länder: Ein australisches Bergbauunternehmen etwa hat fast sechs Milliarden US-Dollar von Pakistan erstritten. Deutschland zahlt, wegen des  Atomausstiegs, Milliarden-Schadenersatz an den schwedischen Konzern Vattenfall. Zur Zeit werben große Anwaltskanzleien für Unternehmensklagen wegen corona-bedingter Lockdowns.
Kritiker sagen, die Investorenklagen hebelten nationales Recht aus; sie hinderten Staaten daran, ihr Arbeits-, Sozial-, Gesundheits-, Umwelt- und Klimaschutzrecht fortzuentwickeln.

Friedrich Hayek - Wirtschaftsliberaler Nobelpreisträger
Autorin: Maike Brzoska / Regie: Martin Trauner
Friedrich August von Hayek gilt als Vordenker des Neoliberalismus. Märkte funktionieren seiner Meinung nach am besten, wenn sich Preise vollkommen frei bilden können. Auf diese Weise spiegeln sie alle relevanten Informationen, wie Knappheit oder Überfluss, wider. Diese Beschreibung des Preismechanismus bezeichnete Hayek selbst als seine wichtigste Entdeckung. Den Sozialismus mit der zentralen Steuerung von Märkten lehnte Hayek ab, mehr noch: Er bekämpfte ihn zeitlebens, auch weil er es als Anmaßung empfand, dass Menschen glauben, sie hätten genug Wissen dafür. Geboren ist Hayek 1899 in Wien. Dort studierte er Rechtswissenschaften, widmete seine Studien aber lieber der Volkswirtschaftslehre und der Psychologie. Als junger Ökonom veröffentlichte er einflussreiche Studien zum Konjunkturzyklus, später lehrte er in London, Chicago, Freiburg und Salzburg. 1944 publizierte er mit Road to Serfdom (Der Weg zur Knechtschaft) ein Manifest gegen den totalitären Sozialismus, womit er nach eigener Einschätzung seinen Ruf als seriöser Ökonom ruiniert hat. Dennoch bekam er 1974 überraschend den Nobelpreis, und zwar ausgerechnet zusammen mit einem Sozialisten, dem Schweden Gunnar Myrdal.
Erstsendung: BR 2017

Moderation: Birgit Magiera
Redaktion: Nicole Ruchlak

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