Bayern 2

radioWissen Die Nachkriegsliteraten Borchert und Celan

Wolfgang Borchert | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 24.11.2020
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Wolfgang Borchert
Leben und Werk

Paul Celan
Hör mit dem Mund

Das Kalenderblatt
24.11.1858
Johann Strauss spielt die Tritsch-Tratsch-Polka
Von Frank Halbach
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Wolfgang Borchert - Leben und Werk
Autor: Michael Reitz / Regie: Martin Trauner
Wolfgang Borchert (1921 - 1947) - mit dem Namen dieses deutschen Schriftstellers ist der Begriff „Trümmerliteratur“ verbunden. Ebenfalls mit ihm verbunden ist sein berühmtes Theaterstück „Draußen vor der Tür“, das auch als Hörspiel aufgeführt wurde. Darin thematisiert Borchert, wie ein Kriegsheimkehrer mit der Ignoranz seiner Umwelt konfrontiert wird, die Krieg und Völkermord am liebsten verdrängen würde. Der Hamburger Autor, der an der Front lebensgefährlich erkrankte, geriet mehrere Male in das Visier der Nationalsozialisten, die ihn schließlich wegen „Wehrkraftzersetzung“ inhaftierten - er hatte vor Kameraden Propagandaminister Goebbels parodiert. Nach dem Krieg schrieb der sterbenskranke Borchert, der ursprünglich Schauspieler werden wollte, wie im Rausch eine Erzählung nach der anderen. Berühmt wurde er auch mit seinen Manifesten, vor allem mit dem Text „Dann gibt es nur eins“, in dem er zur großen Gehorsamsverweigerung aufruft.

Paul Celan - hör mit dem Mund
Autorin: Astrid Mayerle / Regie: Eva Demmelhuber
"Lesen Sie! Immerzu lesen, das Verständnis kommt von selbst!" Mit dieser schlichten Aufforderung reagierte Paul Celan auf den Vorwurf der Unverständlichkeit seiner Gedichte. Mit vieldeutigen Metaphern und sehr eigenen Bildern gelang es dem jüdischen Dichter, für den Holocaust eine Sprache zu finden. "Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends/ Wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts...", so beginnt sein bekanntestes Gedicht, die "Todesfug". Auf Celans Schreiben hatte auch die eigene Erfahrung der Judenverfolgung einen maßgeblichen Einfluss: sowohl Vater als auch Mutter überlebten das KZ nicht. Zu Lebzeiten zum Teil von seinen Kollegen abgelehnt, gilt Paul Celan heute als einer der wichtigsten Lyriker der Nachkriegszeit. Astrid Mayerle beschäftigt sich in ihrer Sendung "Hör mit dem Mund" mit Paul Celans Themen, Metaphern und den unverwechselbaren Eigenheiten seiner Sprache.

Moderation: Kristina Thiele
Redaktion: Andrea Bräu

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