Bayern 2

radioWissen Vom Umgang mit dem Tod

Gestapelte Totenschädel | Bild: colourbox.com

Mittwoch, 18.11.2020
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Totenkult und Religion
Bestattungsrituale in den monotheistischen Weltreligionen

Der Tod und wir
Rebellion gegen die Endlichkeit

Das Kalenderblatt
18.11.2009
US-Psychiater outet Veranlagung zum Serienmörder
Von Prisca Straub
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Totenkult und Religion - Bestattungsrituale in den monotheistischen Weltreligionen
Autorin: Daniela Remus / Regie: Silke Wolfrum
Während im Hinduismus Feuerbestattungen unter freiem Himmel üblich sind, waren Feuerbestattungen in allen monotheistischen Religionen jahrhundertelang verboten. Im Islam und im Judentum sind sie es bis heute. Im Christentum nimmt diese Art der Bestattung seit Mitte des 20. Jahrhunderts deutlich zu. Vor allem, seit der Papst diese Bestattungsform in den 60er Jahren erlaubt hat. In den säkularen Gesellschaften Europas hat der Glaube an die Auferstehung für viele Menschen kein Gewicht mehr, deshalb entscheiden sie sich immer häufiger für ein weltliches Begräbnis. Dabei galt und gilt eine Erdbestattung der Toten in den monotheistischen Religionen als Bedingung dafür, dass es ein Leben nach dem Tod geben könnte. Denn alle drei Religionen eint, dass sie einen Tag des Jüngsten Gerichts erwarten, an dem die Gestorbenen wiederauferstehen werden. Voraussetzung dafür: Der komplette Körper wird in Übereinstimmung mit den religiösen Traditionen in der Erde bestattet. Mit Blumenschmuck und dem Aufstellen eines Kreuzes im Christentum, seitlich gelagert, mit Blick nach Mekka im Islam oder innerhalb von 24 Stunden nach Eintreten des Todes und mit unbefristeter Grabruhe auf einem jüdischen Friedhof.

Der Tod und wir - Rebellion gegen die Endlichkeit
Autorin: Inka Kübel / Regie: Rainer Schaller
Wer lebt, muss sterben. Das ist banal und gleichzeitig existenziell erschütternd, wenn es ins Bewusstsein dringt. Der Mensch weiß um sein Schicksal - und je nach Charakter, persönlicher Erfahrung und weltanschaulicher Position gehen wir unterschiedlich damit um. Die einen halten sich ihre Endlichkeit stets vor Augen, wollen sich einüben in den "großen Abschied" und gerade deshalb besonders achtsam und im Augenblick leben. Andere entscheiden sich zum bewussten Verdrängen, konzentrieren sich auf alles, was Zerstreuung und persönliche Freude bringt oder halten den Tod für nichtig - im Wortsinne, er bildet für sie die harte Grenze zum Leben. Für Religionen und die Philosophie sind Sterben und Tod schon immer zentrale Themen, und auch die Psychologie befasst sich zunehmend damit.

Moderation: Gabi Gerlach
Redaktion: Bernhard Kastner

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