Bayern 2

radioWissen Karl V. und Philipp II. von Spanien

Philipp II. von Spanien | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 19.10.2020
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Kaiser Karl V.
Träume haben ihren Preis

Philipp II. von Spanien
Das Haupt der Gegenreformation

Das Kalenderblatt
19.10.1533
Weltuntergang laut Pfarrer Michael Stifel
Von Xaver Frühbeis
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Kaiser Karl V. - Träume haben ihren Preis
Autor: Christian Lappe / Regie: Christiane Klenz
Es war einer seiner besseren Tage in diesem Sommer 1558. Nach der Frühmesse hatte Karl V. ausgiebig, entgegen dem Rat seiner Ärzte, scharf gewürztes Fleisch und gekühltes Bier gefrühstückt. Nun gab er im ersten Stock seiner herrschaftlichen Villa in Yuste in der spanischen Estremadura seinem Sekretär Anweisungen, wie er die Uhren mit aller Vorsicht aufzuziehen habe. Das geschichts- und geschichten-verliebte 19. Jahrhundert wollte in dieser Szene etwas Symbolhaftes sehen: Karl V. versuche, bereits vom Tode gezeichnet, die Zeit zu ordnen, die aus den Fugen geraten zu sein scheint. Auch wenn es keine Belege dafür gibt, dass Karl damit etwas anderes als seine Begeisterung für alles Technische verband, trifft diese Interpretation doch den Kern seiner rund 40 jährigen Herrschaft. Zeitlebens war es dem Kaiser aus Burgund immer nur um Eines gegangen, um Alles. Das beweist allein schon seine Herrschaftsdevise „plus ultra - weiter, darüber hinaus“. Dem Maßlosen seiner politischen Ziele konnte er, trotz einer nie gesehenen Machtfülle, nicht entsprechen. Im Kampf gegen den Erzfeind Frankreich, die osmanische Expansion, die Reformation und für eine Universalmonarchie musste er am Ende unterliegen.

Philipp II. von Spanien - das Haupt der Gegenreformation
Autorin: Ulrike Beck / Regie: Martin Trauner
„Die Welt ist nicht genug“ ist das Motto Philipps II. von Spanien. Ein Spross aus dem Hause Habsburg, der im 16. Jahrhundert die spanische Monarchie zum führenden Weltreich macht. Philipp II. ist Machtpolitiker, Kunstliebhaber und ein Bürokrat, der seine Regierungsgeschäfte am Schreibtisch erledigt. Er fühlt sich berufen, als Katholik Protestanten und Andersgläubige in seinem Reich durch die Inquisition verfolgen zu lassen. Schon mit 29 Jahren übernimmt er nach der Abdankung seines Vaters Karls V. die Regierungsgeschäfte - nicht nur in Spanien und dem dazugehörigen Kolonialreich, sondern auch in den Niederlanden, den Königreichen Neapel, Sardinien, Sizilien und dem Herzogtum Mailand. Ab 1580 wird er auch König von Portugal. Trotz der gigantischen Gold- und Silberlieferungen aus der Neuen Welt muss Philipp II. dreimal den Staatsbankrott erklären, weil die militärischen Auseinandersetzungen während seiner Amtszeit Unsummen verschlingen. Um der protestantischen Königin Elisabeth I. eine Lektion zu erteilen, lässt Philipp 1588 die spanische Armada vor England aufkreuzen und erlebt eine krachende Niederlage. Der spanische Monarch stirbt 1598 im Alter von 71 Jahren in seinem Herrschersitz, dem „Escorial“.

Moderation: Florian Kummert
Redaktion: Thomas Morawetz

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