Bayern 2

radioWissen Vogelzug und der Waldrapp

Waldrapp | Bild: picture-alliance/dpa

Freitag, 16.10.2020
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Auf Wanderschaft
Wie Zugvögel ihren Weg finden

Aufwind für den Waldrapp
Wiederansiedlung eines Zugvogels

Das Kalenderblatt
16.10.1913
Bernard Shaws "Pygmalion" wird uraufgeführt
Von Susi Weichselbaumer
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Auf Wanderschaft - wie Zugvögel ihren Weg finden
Autorin: Christiane Seiler / Regie: Eva Demmelhuber
Das Geheimnis des Vogelzugs beschäftigt die Menschheit seit Jahrtausenden. Schon antike Seher versuchten, aus dem Flug der Vögel die Zukunft zu lesen, Bauern aller Erdteile beobachten auch heute noch Ankunft und Abflug der Zugvögel und schließen darauf auf günstige Zeiten für Saat und Ernte. Aber was treibt die Zugvögel in bisweilen sehr weite Fernen? Wie orientieren sie sich auf ihren langen Wanderrouten? Was das betrifft, ist die Forschung inzwischen um einiges weitergekommen, nicht zuletzt dank moderner Satellitentechnologie. Vor einem viertel Jahrhundert wurde die Weißstörchin "Prinzesschen" mit einem noch recht schweren Sender versehen und diente 14 Jahre lang der Wissenschaft. Inzwischen ist die Technik so klein geworden, dass auch Amseln besendert werden können. Neue Erkenntnisse sind möglich, etwa über den Einfluss des Klimawandels auf das Zugverhalten der Vögel.

Aufwind für den Waldrapp - Wiederansiedlung eines Zugvogels
Autorin: Carola Zinner / Regie: Eva Demmelhuber
Lange Federn am Hinterkopf, Glatze vorne: in Sachen "Frisur" ähnelt der Waldrapp einem Punk. Die schwarzen Ibis-Vögel galten früher hierzulande als Delikatesse - einer der Gründe, warum sie in Europa in der frühen Neuzeit ausgerottet wurden. Abgesehen von einigen außereuropäischen Beständen waren sie nur mehr in Zoos zu finden. Dass sich das gerade ändert, ist unter anderem dem "Team Waldrapp“ zu verdanken, das gerade aufwändig versucht, den Vogel wieder auszuwildern. Allerdings ziehen Waldrappe normalerweise im Winter in den Süden. Es gibt jedoch keine erfahrenen Artgenossen mehr, die ihnen den Weg dorthin zeigen könnten. So übernehmen nun die Mitarbeiter des Teams diese Aufgabe. Sie führen Jungtiere, die sie bereits als Küken auf sich prägten, mit der Hilfe von Ultraleichtflugzeugen über die Alpen in das Winterquartier in der Toskana. Das aufwändige Vorgehen zeigt mittlerweile erste Erfolge: Mehrere auf diese Art "angelernte" Waldrappe kehrten bereits wieder zurück an die Projekt-Standorte in Burghausen, Überlingen und dem österreichischen Kuchl zurück und führten dann im August/September die nächste Generation von Jungtieren südwärts. So gibt es - trotz der großen Gefahren, denen die Vögel durch Wilderer und ungesicherte Stromleitungen ausgesetzt sind - durchaus Chancen, dass die Vögel in Mitteleuropa wieder in freier Wildbahn leben.

Moderation: Yvonne Maier
Redaktion: Bernhard Kastner

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