Bayern 2

     

radioWissen Reise ins Erdinnere

Granitsteine | Bild: picture-alliance/dpa

Freitag, 09.10.2020
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Der Aufbau der Erde
Kruste, Mantel, Kern

Granit
Der Stein aus der Tiefe

Das Kalenderblatt
9.10.1895
Arthur Schnitzlers "Liebelei" hat am Burgtheater in Wien Premiere
Von Brigitte Kohn
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Der Aufbau der Erde - Kruste, Mantel, Kern
Autorin: Katrin Kellermann / Regie: Christiane Klenz
Die tiefsten Bohrungen ins Erdinnere reichen bis zu zwölf Kilometer. Angesichts des mittleren Erdradius von 6.371 Kilometern ist das aber nicht mehr als ein Nadelstich. Forscher gewinnen ihre Erkenntnisse über den Aufbau der Erde durch indirekte Beobachtungen, zum Beispiel durch Messungen von Erdbebenwellen. Je nachdem, wie schnell oder langsam sich die Wellen fortbewegen, lassen sich Rückschlüsse auf die Beschaffenheit der Erdschichten ziehen. Unter unseren Füßen befindet sich die Erdkruste, nach maximal 65 Kilometern beginnt der Erdmantel, in der Mitte liegt der Erdkern. Diese Schichten werden noch weiter unterteilt, der Erdkern beispielsweise in einen äußeren Kern, der flüssig ist, und einen inneren Kern, der dann wieder fest ist. Das Gestein im Erdmantel ist in ständiger Bewegung: heißes steigt auf, kaltes sinkt ab. Diese so genannte „Mantelkonvektion“ ist der Motor für die Plattentektonik in der Erdkruste und im oberen Mantel. Mithilfe von Großrechnern können Geophysiker Modelle entwickeln, die diese Umwälzungen im Laufe der vergangenen Jahrmillionen darstellen. Im Erdinneren ist es heiß: Im Mittelpunkt herrschen Temperaturen von bis zu 5.000 Grad Celsius. Vor allem in Bayern gibt es ein großes Potential, die Wärme, die in der oberen Erdkruste gespeichert ist, als erneuerbare Energiequelle zu erschließen und als „Erdwärme“ nutzbar zu machen.

Granit - der Stein aus der Tiefe
Autor: Geseko von Lüpke / Regie: Sabine Kienhöfer
Bizarr aussehende Granit-Fels-Formationen haben die Fantasie der Menschen schon immer angeregt: Da das mineralstoffreiche Gestein auch einen guten Nährboden für mystisch wirkende Heide - und Moorlandschaften darstellt, tummeln sich Hexen und andere Fabelwesen besonders gerne rund um Granitgesteine. Für Wissenschaftler ist Granit dagegen besonders interessant, weil er aus einer Tiefe von zwei Kilometern und mehr stammt und Einblicke in das Erdinnere gewährt. 'Hart wie Granit', sagen wir, wenn etwas besonders robust ist. 'Auf Granit beißen' wir, wenn keine Aussicht auf Erfolg besteht. Beides Indizien für die hohe Widerstandskraft und Wetterfestigkeit, die Granit zu einem begehrten Baumaterial machen. Ob Pflastersteine, Grabsteine, Gehwegplatten oder auch Curling-Steine, der grobkörnige, von hellgrau über bläulich bis hin zu gelblich und rötlich reichende Granit findet sich praktisch überall. Er kommt auf allen Kontinenten vor, in Bayern unter anderem im Bayerischen Wald, Oberpfälzer Wald und Fichtelgebirge.

Moderation: Yvonne Maier
Redaktion: Bernhard Kastner

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