Bayern 2

     

radioWissen am Nachmittag George Sand und Charles Baudelaire

George Sand | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 08.09.2020
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

George Sand
Elegante Vielschreiberin

Charles Baudelaire 
Die künstlichen Paradiese

Das Kalenderblatt
8.9.1664
New Amsterdam wechselt Besitzer und den Namen: New York
Von Julia Devlin
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

George Sand - elegante Vielschreiberin
Autorin: Veronika Bräse / Regie: Irene Schuck
George Sand (1804-1876) war im 19. Jahrhundert eine der wichtigsten weiblichen Stimmen Frankreichs. Sie hat durch ihr freies, unkonventionelles Leben und ihr umfangreiches literarisches Werk gegen die Unterdrückung der Frau rebelliert und angeschrieben. Etwa 180 Bände veröffentlichte sie - neben Romanen auch eine Vielzahl gesellschaftskritischer Beiträge. Sie kämpfte an der Seite der Revolutionäre von 1848 für eine soziale Republik mit gleichberechtigter Teilhabe aller Menschen. Von den Zeitgenossen wurde sie entweder tief verehrt oder geschmäht. Kaum jemand, der sie kannte, ließ sie gleichgültig. George Sand eckte an, weil sie in Männerkleidung herumlief, Zigarren rauchte und wechselnde Geliebte hatte, darunter Schriftsteller wie Jules Sandeau und Alfred de Musset. Auch mit dem Musiker Frédéric Chopin war sie mehrere Jahre liiert. Auf ihrem Landsitz im Loire-Tal in Nohant traf sich damals die intellektuelle und künstlerische Bohème Frankreichs. Fiodor Dostojevskij, Gustave Flaubert und Honoré de Balzac zählten zu ihren Bewunderern.

Charles Baudelaire - die künstlichen Paradiese
Autor und Regie: Frank Halbach
Charles Baudelaire: impertinenter Dandy und einer der bedeutsamsten französischen Lyriker; ausschweifender Wüstling und Vorhut der literarischen Avantgarde; Verherrlicher des Bösen und gefeierter Übersetzer. Sein berühmtestes Werk, der Gedichtzyklus "Les Fleurs du Mal" - "Die Blumen des Bösen" ist Wegweiser für die moderne europäische Lyrik und führt zu einer Verurteilung Baudelaires wegen Verletzung der öffentlichen Moral. Baudelaire schreibt über Hässlichkeit, das Morbide, Sünde, die Faszination des Ekelhaften, doch stets schimmert die Sehnsucht nach dem Ideal der Tugend zwischen seinen Zeilen. Baudelaires Metaphern sind einzigartig für ihre Zeit, schmücken nicht seine Gedanken aus, sondern sind ihr direkter Ausdruck. Baudelaires Essay "Die künstlichen Paradiese" schließlich feiert die Droge und ihre Wirkung, ist ein Plädoyer für den Rausch, für das Vermögen und die Bereitschaft des Menschen, sich und seine Sinne in einen Ausnahmezustand zu versetzen: "Der gesunde Menschenverstand sagt uns, daß die Dinge dieser Erde kein rechtes Dasein haben, und daß die wahre Wirklichkeit nur in den Träumen liegt. - Berauscht euch!"

Moderation: Kristina Thiele
Redaktion: Susanne Poelchau

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